Sternsinger aus Eiterfeld halfen bei Gabenbereitung im Petersdom in Rom

Mit dem Papst ins Jahr

Die 14 Jahre alte Lilli Zentgraf wurde vom Papst höchstpersönlich gesegnet.

Eiterfeld. „Ich habe jede Falte gesehen“, erzählt Lilli Zentgraf lachend. Die 14-Jährige kam dem Papst so richtig nah: Im Neujahrsgottesdienst wurde die Eiterfelderin vom Heiligen Vater persönlich gesegnet. Dabei stellte sie fest, dass der Papst doch einen Bart hat, wenn auch einen kleinen. „Mit vielen winzigen Stoppeln“ berichtet sie.

Fünf Tage lang besuchten 15 Kinder und Jugendliche der Pfarrgemeinde St. Georg aus Eiterfeld zum Jahreswechsel Rom. Höhepunkt der Reise war der Neujahrsgottesdienst mit Papst Franziskus, bei dem drei Sternsinger bei der Gabenbereitung helfen durften.

Zusammen mit Paul Hodes (14) und Hanna Hau (11) brachte Lilli Zentgraf die eucharistischen Gaben, Brot und Wein, während der Messe zum Alter. Außerdem begrüßten sie zusammen mit dem Papst das Jesuskind in der Krippe und küssten es als Zeichen der Verehrung. „Eigentlich war ich nicht groß aufgeregt. Ich habe mich einfach nur gefreut, dabei sein zu dürfen“, verrät Paul Hodes. Dem stimmt Lilli zu, nur eine Sorge hatte sie: „Bei den Proben bin ich einmal gestolpert, weil ich auf mein Gewand getreten bin, und auch in der Messe kam ich kurz ins Schwanken, aber das hat zum Glück keiner gemerkt.“

Den Gottesdienst verfolgten mehrere Millionen Menschen auf der ganzen Welt am Bildschirm, und auch der Petersdom selbst war bis in die letzte Reihe gefüllt. Die restlichen Eiterfelder Sternensinger durften das Geschehen in der ersten Reihe des Doms hinter den Stühlen von hohen Geistlichen wie Erzbischöfen verfolgen. Doch obwohl sie eine gute Sicht hatten, haben sie wenig vom Gottesdienst mitbekommen: Denn keiner konnte Italienisch.

Zum Glück wurden Teile der Messe aber bei einem abschließenden Gottesdienst der Gruppe in den Grotten unter der St.-Peter-Kirche übersetzt. Denn neben dem großen Gottesdienst im Petersdom feierte die Gemeinde auch noch andere Messen, zum Beispiel im Sterbezimmer des Heiligen Ignatius, Mitbegründer und Gestalter des Jesuitenordens. Auch dort gestalteten die Kinder den Gottesdienst aktiv mit, indem sie zum Beispiel Fürbitten vortrugen.

Besonders in Erinnerung geblieben ist der Gruppe der Kontrast zwischen den prächtig geschmückten Kirchen und den vielen Obdachlosen und armen Menschen in der Stadt. „Gerade an den Kirchen am Bahnhof haben wir viele Bedürftige gesehen“, bedauert Alexander Best, Kaplan und Aufsichtsperson.

Er kennt die Stadt noch aus Studienzeiten und zeigte der Gruppe auf ihrer Reise, die durch das Kindermissionswerk initiiert wurde, einige schöne Orte. Das Silvesterfeuerwerk bestaunten sie zusammen auf der Ponte Sant’Angelo, der sogenannten Engelsbrücke. Ansonsten feierten die Eiterfelder den Jahreswechsel ruhig. „Wir wussten, dass die Neujahrsnacht kurz sein wird“, begründet Kaplan Best das mit fast entschuldigendem Schulterzucken.

Und auch nach dem großen Gottesdienst brauchten die Eiterfelder Sternsinger ihre Kräfte: Unzählige Schaulustige wollten Fotos mit ihnen machen. Danach folgten noch mehrere Interviews, unter anderem auch für Radio Vatikan.

Von Sophia Reddig

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