Der Startschuss für die Weiterentwicklung Eiterfelds ist gefallen

Orte für die Zukunft rüsten

Gespannt verfolgten die Gäste im Bürgerhaus die Erläuterungen zum so genannten IKEK. Foto: Burkhardt

Eiterfeld. Ob Bürgerbus, Seniorentagesstätte oder die sinnvolle Nutzung leerstehender Gebäude im Ortskern: Einige spontane Ideen haben die Bürger bei der Auftaktveranstaltung zum Integrierten kommunalen Entwicklungskonzept (IKEK) in Eiterfeld schon formuliert. „Wir wollen unsere Gemeinde zukunftsfähig machen. Und das hängt von uns allen ab“, sagte Bürgermeister Hermann-Josef Scheich (parteiunabhängig).

Von Fördermitteln profitieren

Der größte Unterschied zur bisherigen Dorferneuerung, wie sie bereits in einigen Ortsteilen stattgefunden habe, sei die Tatsache, dass künftig nicht mehr einzelne Ortsteile von den Fördermitteln des Landes profitierten, sondern die gesamte Kommune. Allerdings müssten Aufgaben erledigt werden, die sich um die Folgen des demografischen Wandels sowie die Mobilität und Versorgung älterer Bürger drehten. Besonders wichtig ist Scheich dabei die Beteiligung und Mitgestaltung der Bürger.

„Wir freuen uns auf Ihre Ideen“, sagten Michael Giel und Sigrun Palinske vom Planungsbüro IPU aus Erfurt, die in den kommenden Monaten den IKEK-Prozess in Eiterfeld begleiten. Grundsätzlich gehe es darum, wie man in zehn Jahren in Eiterfeld und seinen Ortsteilen leben wolle.

Als mögliches Ziel nannte Palinske, dem sogenannten Donat-Effekt entgegenzuwirken, indem vorhandene Bausubstanz in den Ortskernen erhalten und zugleich der Flächenverbrauch im Außenbereich durch Neubaugebiete eingedämmt werde. Außerdem stehe mehr Lebensqualität der ländlichen Bevölkerung durch eine gute Grundversorgung und ausreichend Betreuungsangebote zur Diskussion.

Als erster Schritt, so die Diplom-Ingenieurin, würden die Stärken und Schwächen der gesamten Kommune und der einzelnen Ortsteile analysiert. Daraus ergäben sich Handlungsfelder mit Entwicklungszielen und Umsetzungsstrategien für Leit- oder Startprojekte. Ab Mitte Juli wird es Ortsbegehungen in den einzelnen Ortsteilen geben. Dabei werden erste Ideen, Wünsche und Ziele gesammelt. Danach sollen sechs bis acht Personen ihren Ort auf den jeweiligen Veranstaltungen vertreten.

Der Marktgemeinde stehen 1,5 Millionen Euro für zehn Jahre zu, denn solange läuft das Programm. „Eventuell legt das Land bei Sonderprojekten noch etwas nach“, so Scheich. Die Förderquote betrage aktuell 60 bis 70 Prozent. Werden beispielsweise 100 000 Euro für eine Maßnahme ausgegeben, steuern Land, Bund und EU 70 000 Euro bei, den Rest trägt die Marktgemeinde, die sich bei allen Vorhaben mit einem Drittel finanziell beteiligen muss. Über die Projekte entscheidet eine Steuerungsgruppe, die sich aus Mitgliedern der Verwaltung, Gemeindevertretung und den Ortsbeiräten zusammensetzt. In den Genuss öffentlichen Geldes können auch Privatleute kommen, etwa für Sanierungsarbeiten. Rundgänge ...

Von Sabine Burkardt

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