Die Heimvolkshochschule und Akademie Burg Fürsteneck feiert ihren 60. Geburtstag

Neues in alten Gemäuern

Bevor die Burg Fürsteneck in den Jahren 1952/1953 zur Heimvolkshochschule wurde, wurde sie landwirtschaftlich genutzt.

Eiterfeld. Junge Erwachsene aus dem ländlichen Raum wollten die Gründer der ersten und einzigen hessischen Heimvolkshochschule Burg Fürsteneck ansprechen, als sie die Bildungseinrichtung 1953 eröffneten – mit dem Ziel der ganzheitlichen Persönlichkeitsbildung und dem Wunsch, die noch junge Demokratie zu stärken. Frei nach dem Motto: Gemeinsames Lernen unter einem Dach.

Die Initiatoren der Heimvolkshochschule nach skandinavischem Vorbild waren 1952 Prof. Dr. Hermann Schafft aus Kassel, Ministerialrätin Johanna Spangenberg aus Wiesbaden und Gustav Huhn aus Neustadt bei Marburg. Noch im selben Jahr wurde der Trägerverein gegründet.

Angebot hat sich verändert

Am ersten sogenannten Hauptlehrgang vom 29. Januar bis 21. März 1953 nahmen 35 junge Männer und Frauen teil, darunter auch Dänen, Holländer, Schweizer und Österreicher. Dabei fehlten der Schule damals unter anderem noch ein Speisesaal und eine Küche, denn der zuvor harte Winter hatte die Umbauarbeiten der verwahrlosten Gebäude verzögert. Feierlich eingeweiht wurde die Heimvolkshochschule Burg Fürsteneck dann am 12. August 1953.

Dieses Jahr feiert die Burg Fürsteneck als Akademie für berufliche und musisch-kulturelle Weiterbildung den 60. Geburtstag. Das Kursangebot hat sich verändert und ist breiter gefächert, gebaut wird aber auch derzeit wieder. Mit finanzieller Unterstützung des Landes Hessen, des Landkreises Fulda, der Gemeinde Eiterfeld und der übrigen Mitglieder des Trägervereins wird die Burg seit 2004 saniert und modernisiert. Schließlich gelte es nicht nur, den Gästen einen modernen Standard zu bieten – wie etwa mit einer Dusche in jedem Zimmer –, sondern auch, ein bedeutendes Kulturdenkmal zu erhalten. Gebaut wurde die Burg gegen Ende des 13. Jahrhunderts als Grenzbefestigung des Hochstifts Fulda.

Einen großen Teil der Geschichte als Bildungseinrichtung hat der langjährige Direktor Günter Schmuck miterlebt, der 1978 als hauptamtlicher Dozent in die Einrichtung kam und 1980 Direktor wurde. Als wesentliche Entwicklungen der vergangenen 35 Jahre nennt Schmuck die Ausweitung des Kursangebots, aber auch dessen Ausdifferenzierung. Seit Anfang der 90er-Jahre gibt es außerdem keine Langzeitkurse über zwei Monate mehr. „So lange kann sich heute niemand mehr freinehmen“, sagt Schmuck. Das Kursangebot wurde an die gesellschaftlichen, aber auch an die technischen Veränderungen angepasst, was sich bei den EDV-Angeboten zeigt oder Foto-Kursen zu digitaler Bildbearbeitung.

In den vergangenen Jahren habe sich die Burg Fürsteneck zudem als Akademie für berufliche Weiterbildung und die musisch-kulturelle Bildung positioniert. Ob Kommunikationsseminare, Tanz-Workshops oder einer Fortbildung zum Bewegungs- und Entspannungspädagogen: Etwa 200 Kurse mit rund 240 Referenten finden pro Jahr auf Burg Fürsteneck statt. Die Bildungseinrichtung hat derzeit 35 Mitarbeiter. Auch als Veranstaltungsort ist die Burg beliebt, unter anderem beteiligt sie sich am Kultursommer Main-Kinzig-Fulda. „Die Burg Fürsteneck ist ein integrierter Kultur-, Wirtschafts- und Bildungsbetrieb“, erklärt Günter Schmuck. Lusar folg t ...

Von Nadine Maaz

Kommentare