Gemeinschaftsprojekt zwischen Kirche und Gemeinde in Unterhaun– Einweihung am Sonntag

Ein neuer Saal für alle

Im neuen Gemeindesaal: Haunecks Bürgermeister Harald Preßmann, Architekt Jürgen Krieg und Pfarrer Andreas Staus. Fotos: Maaz

Unterhaun. Endspurt: In Unterhaun wird vor der offiziellen Eröffnung des neuen Gemeindraums hinter der evangelischen Kirche noch fleißig gewerkelt und geputzt.

Gemeinsam haben die Kirchengemeinde und die politische Gemeinde einen neuen Treffpunkt geschaffen, von dem alle profitieren sollen. „Das könnte ein Modell für die Zukunft sein“, ist Pfarrer Andreas Staus von der Kooperation zwischen Kirche und Kommune überzeugt. Auch den Dorfkern werte der neue Saal weiter auf, findet Staus.

Nach dem Verkauf des alten Pfarrhauses samt Gemeindesaal im Jahr 2011 hatte die Kirche ohne eigenen Raum für größere Veranstaltungen dagestanden. Eine Lösung musste her, gerne in unmittelbarer Nähe zum Gotteshaus. Das denkmalgeschützte Fachwerkhaus hinter der Kirche gehört der Gemeinde ohnehin und wurde zuletzt unter anderem als Jugendraum genutzt. Inzwischen proben dort der Gesangverein und der Shanty Chor. Direkt damit verbunden ist nun der neue Anbau. Auch das Grundstück gehört der Gemeinde.

Sparen musste sein

Hell und freundlich mit vielen Fenstern kommt der neue rund 85 Quadratmeter große Saal mit Platz für etwa 80 Personen daher. Dabei waren große Wünsche, was die Gestaltung und Ausstattung betrifft, nicht drin. „Vor allem musste es kostengünstig sein“, so Staus. Die Tische und Stühle stammen noch aus dem alten Gemeindesaal.

Rund 45 000 Euro beträgt der Gemeindeanteil, etwa 180 000 Euro werden von der Kirche zum Großteil über die Landeskirche finanziert. Gespart werden konnte dank vieler Eigenleistungen. So haben zum Beispiel die Mitarbeiter des Haunecker Bauhofs den Innenausbau des Fachwerkhauses übernommen und den Ausbau der Außenanlage. Beim Innenausbau des neuen Gebäudeteils haben auch ehrenamtliche Helfer von Kirchenseite Hand angelegt – allen voran Günther Scholz, dessen Frau dem Kirchenvorstand angehört.

Schon 2012 hatten sich Kirche und Gemeinde über die Nutzungsrechte, die Unterhaltungskosten und so weiter geeinigt. Mit den Planungen für den Neubau wurde 2013 begonnen, bevor es im Frühjahr 2014 dann richtig losgehen konnte. Ende vergangenen Jahres war der Bau soweit abgeschlossen. Weil der Baugrund nicht optimal war, waren für den Neubau zunächst einige Voruntersuchungen notwendig gewesen und bei der Landeskirche war laut Staus viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Der Holzbau steht nun auf einem Schotterbett.

Haunecks Bürgermeister Harald Preßmann kann sich vorstellen, den neuen Gemeindesaal künftig zum Beispiel für standesamtliche Trauungen zu nutzen. „Man muss den Paaren heute ein schönes Ambiente anbieten“, weiß der Verwaltungschef. Offiziell eingeweiht wird der neue Gemeinderaum am Sonntag, 30. August.

Von Nadine Maaz

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