Nach Rücktritt von Gemeindebrandinspektor Marcel Nieding wurde Stefan Rüger gewählt

Neuer Chef für die Wehr

Stefan Rüger (links) wurde einstimmig zum neuen Gemeindebrandinspektor der Gemeinde Hauneck gewählt. Für ein Jahr wird ihn sein Vorgänger Marcel Nieding noch als Stellvertreter unterstützen. Foto: Zacharias

Unterhaun. Die Gemeinde Hauneck hat einen neuen Gemeindebrandinspektor. Nach knapp 19 Jahren in verschiedenen Führungspositionen bei der Haunecker Feuerwehr, zuletzt seit 2003 als Gemeindebrandinspektor (GBI), hat Marcel Nieding beschlossen, bei der turnusgemäßen Wahl im kommenden Jahr nicht mehr anzutreten. Zu seinem Nachfolger wurde sein bisheriger Stellvertreter Stefan Rüger gewählt. Nieding übernimmt seinerseits den Posten des Stellvertreters, um Rüger für ein Jahr nach Kräften zu unterstützen, bevor er sich zurückzieht.

Bedauern über diesen Schritt, bei allem Verständnis für den Wunsch nach mehr Privatleben, zeigt vor allem Bürgermeister Harald Preßmann, der seit vielen Jahren eng und vertrauensvoll mit Nieding zusammenarbeitet. Wie groß der ehrenamtliche Arbeitsaufwand ist, merkte Preßmann schon allein daran, dass er fast täglich telefonisch oder per E-Mail Kontakt mit dem GBI hatte.

1 Brand, 19 Hilfeleistungen

Dabei ist es nicht die Zahl der Einsätze alleine, die einen Gemeindebrandinspektor beschäftigt. Denn die lagen mit 20 wohl eher im unteren Mittelfeld für eine Gemeinde von der Größe Haunecks. Zu einem Kleinbrand und 19 Hilfeleistungen mussten die Wehren ausrücken, darunter sieben Hochwasser- und sechs Unwettereinsätze. Als besonders belastend haben die Feuerwehrleute dabei einen schweren Unfall auf der B 27 empfunden, bei dem ein 17-jähriges Mädchen starb.

Neben der Einsatzleitung im Ernstfall muss ein Gemeindebrandinspektor jede Menge Organisatorisches und Bürokratisches erledigen, damit eine Feuerwehr reibungslos funktioniert. Dazu kommt eine große Zahl von Sitzungen, meistens Abends, weil ja all dies Engagement ehrenamtlich erfolgt.

Mit einer gewissen Sorge blicken die Feuerwehrleute deshalb nach Brüssel, wo gerade an einer Arbeitszeitrichtlinie gearbeitet wird, die den Feuerwehrleuten ihr Engagement zumindest erschweren, wenn nicht gar unmöglich machen würde. Geplant sei nämlich, so berichtete Andreas Heupel, der stellvertretende Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, dass ehrenamtlich geleistete Stunden auf die Wochenarbeitszeit von 48 Stunden angerechnet werden sollen. „Soll ich dann den Leuten, deren Haus gerade brennt, sagen, wir brechen nach drei Stunden ab, weil wir alle unsere 48 Stunden Wochenarbeitszeit erreicht haben?“ fragte Marcel Nieding.

Bambinigruppe in Planung

Vordringliches Ziel für die Haunecker Feuerwehr ist jedoch, ihre Aktiven zu halten und Nachwuchs zu gewinnen. Derzeit wird über die Gründung einer Bambini-Feuerwehr nachgedacht. Der stellvertretende Kreisbrandinspektor Hermann Funk fragte auch gleich, ob es einen Gemeindejugendfeuerwehrwart gebe.

Von Christine Zacharias

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