Die Renovierung der Rhinaer Kirche ist so gut wie abgeschlossen – Festgottesdienst

Mit neuen, alten Farben

Freuen sich, dass die Renovierung der Kirche in Rhina so gut wie abgeschlossen ist: Pfarrerin Merle Blum und Pfarrer Steffen Blum. Im Hintergrund ist die neue Farbgebung des Kircheninneren zu erkennen. Die Kanzel ist mit einem Stahlgerüst verstärkt worden. Fotos: Maaz

Rhina. Noch geben sich in der Rhinaer Kirche die Handwerker die Klinke in die Hand. Kartons liegen herum und es riecht nach frischer Farbe. Am Sonntag aber soll das kleine, evangelische Gotteshaus aus dem Jahr 1814 nach rund siebenmonatiger Renovierungsphase (HZ berichtete) wieder für die Gottesdienstbesucher geöffnet werden.

Das Ziel, Weihnachten in der „neuen“ Kirche zu feiern – noch dazu im Jubiläumsjahr – ist damit erreicht. Auch wenn es knapp wird; heute soll die Grundreinigung erledigt werden. „Wir sind zuversichtlich, dass alles klappt“, sagen Pfarrer Steffen Blum und seine Frau Pfarrerin Merle Blum.

Dabei gab es während der Renovierungsphase durchaus Überraschungen. So wurden etwa beim Abtragen der alten Farbe an der Decke ursprüngliche Malereien entdeckt, die schließlich so wieder hergestellt wurden. Die dadurch entstandenen Extrakosten hat der Denkmalschutz übernommen. Auch die restliche Farbgestaltung wurde schließlich dem „Urzustand“ angepasst. Die neue Kirche ist somit irgendwie auch die alte. Alle Arbeiten seien mit der Denkmalpflege und der Bauberatung der Landeskirche abgestimmt, erklärt Merle Blum. Aber auch der Kirchenvorstand war in die Veränderungen eingebunden, wobei die Meinungen manchmal doch auseinander gegangen seien, verrät Blum. Letztlich habe man sich auf das Urteil der Restauratoren und der Denkmalpflege verlassen. Weil die Kosten mit knapp 300 000 Euro zwischenzeitlich aus dem Rahmen zu fallen drohten, mussten auch mal Abstriche gemacht werden. „Man erträumt sich ja so einiges“, sagt Merle Blum, machbar sei aber eben nicht alles. Aufgestockt haben ihren Kostenanteil die Landeskirche und der Kirchenkreis, die ursprünglich 90 000 Euro zugesagt hatten. Enttäuscht sind die Blums, dass es von der Gemeinde Haunetal nicht mehr Geld gibt, als eine freiwillige Spende von 5000 Euro, wenngleich sie darüber natürlich froh seien.

Nicht nur die Wände erstrahlen in neuem, hellen Glanz, auch die Emporen und die Bänke haben einen anderen Anstrich bekommen. In dunklerem Ton kommt nun die Kanzel daher. Sie wurde außerdem mit einem Stahlgerüst verstärkt, da die Statik zu versagen drohte. Überdies ist sie jetzt von beiden Seiten erreichbar und nicht mehr von vorne, da dort der Altar nach hinten versetzt werden soll. Die modernere, steuerbare Elektroheizung soll Frieren wie Schwitzen verhindern. Für eine bessere Luftzirkulation sorgen so genannte Unterflurkonvektoren, die dimmbaren Lampen erzeugen eine stimmungsvollere Atmosphäre.

Noch gestimmt werden muss die Orgel. Einem stimmungsvollen Weihnachtsgottesdienst sollte dies aber nicht im Wege stehen. Die Blums hoffen auf möglichst viele Besucher. Platz bietet die Kirche für 150 Menschen – zwei Bänke wurden entfernt, um den Raum um den Taufstein zu vergrößern. ARTIKEL RECHTS

Von Nadine Maaz

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