Fachwerkhaus in Buchenau stand 35 Jahre leer – Dr. Arnold von Bosse hat es saniert

Zu neuem Glanz verholfen

Der Wohnstandard in dem alten Fachwerkhaus in Buchenau ist bereits „charmant“. In etwa einem Jahr soll die Sanierung abgeschlossen sein. Foto: Möller

Buchenau. Man muss schon ein Liebhaber sein und viel Energie mitbringen, wenn man sich in der heutigen Zeit ein marodes, baufälliges Fachwerkhaus kauft, um es wieder in Stand zu setzen. Dazu muss dann auch noch eine ganze Portion Heimatverbundenheit kommen. Dr. Arnold von Bosse ist so ein Mensch.

Die Renovierung alter Gebäude ist dem 66-jährigen Verwaltungsjuristen seit vielen Jahren ein Herzensanliegen. In Buchenau hat er ein seit 35 Jahren leer stehendes Fachwerkhaus saniert.

Erinnerungen an früher

Buchenau, das seien wunderschöne Kindheitserinnerungen, betont von Bosse mit leuchtenden Augen. Seine Großeltern Kurt und Vera von Bosse waren nach den schweren Bombenangriffen auf Dresden in den heutigen Ortsteil von Eiterfeld geflüchtet, wo er 1947 geboren wurde. Wenn er auch schon früh mit seinen Eltern nach Wiesbaden verzog, so blieb doch Buchenau für ihn ein Stück Heimat.

Zum einen lebten dort seine Großeltern, die er regelmäßig besuchte, und zum anderen sein Patenonkel Sigmund von Seckendorff und seine Patentante Margarethe Walther, eine Schwester seines Vaters. Und immer wenn er zu Besuch kam, schlich er um das Fachwerkhaus in der Hermann-Lietz-Straße, das ihn wegen des wuchernden wilden Weins an ein Dornröschenschloss erinnerte.

Als er hörte, dass das Haus veräußert werden sollte, fasste er sich ein Herz und kaufte im Sommer 2010 von dem landwirtschaftlichen Vorreiter Gerhard Baldes in Buchenau das Hüttneranwesen. Genauer betrachtet war es ein sehr renovierungsbedürftiges, seit 35 Jahren unbewohntes Fachwerkhaus mit mehreren später hinzugefügten Anbauten. Noch ein paar Jahre, und es wäre nicht mehr zu retten gewesen. Auch ein Bausachverständiger favorisierte den Abriss.

„Jetzt erst recht“, entschied sich Arnold von Bosse trotzdem für die Instandsetzung. Gute Beratung fand er bei der Denkmalpflege des Landkreises. Diplom-Ingenieurin Eva Kohlmann, selbst aus dem Eiterfelder Amt, besichtigte das Haus, sicherte Unterstützung zu, stand mit fachlichem Rat zur Seite und erteilte die notwendigen Genehmigungen. Außerdem hatte er einen guten Ratgeber in Klaus Göbel, dem heutigen Besitzer von Schloss Buchenau.

Im Herbst 2010 wurde die Südterrasse freigebaggert. Nässe und Erde hatten der Fachwerkwand zugesetzt, so dass mit Hilfe eines Zimmermannes das Eichenfachwerk völlig neu gestellt werden musste. Der wilde Wein war in das Gebäude hineingewachsen und durch das eingedrungene Regenwasser waren Lehmwickel und Fußböden weggebrochen. Im November des gleichen Jahres wurde die südliche Seite des Daches saniert und neu eingedeckt. In Eigeninitiative entfernte von Bosse bis zu vier Lagen Linoleum und sanierte die noch intakten ursprünglichen Dielen. Und weil es im Haus kein Bad und keine Toilette gab, baute von Bosse ein Badezimmer im ehemaligen Stall.

Die Sanierung ist mittlerweile soweit fortgeschritten, dass ein einfacher Wohnstandard erreicht ist. „Charmant“ nennt von Bosse diesen, und er freut sich, wenn immer wieder Menschen aus Buchenau bei ihm vorbeischauen, die noch seine Großeltern kannten.

Sie erzählen dann die alten Geschichten, bewundern aber auch seine Leistung, denn Arnold von Bosse hat fast die Hälfte der handwerklichen Arbeiten selbst verrichtet. „Es macht mir große Freude, die Veränderungen im Haus zu sehen, man bewegt sich und hat abends etwas Sichtbares geschafft“, so von Bosse. (red/nm)

Kommentare