Gemeinde Haunetal lässt mitten im Wald für 600 000 Euro einen Hochbehälter errichten

Ein neuer Hochbehälter für Neukirchen

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Baustelle im Wald: links Haunetals Bauamtsleiter Frank Schott, rechts Andreas Jäger von der Firma Laudemann aus Sontra. 

Neukirchen. Mitten im Wald in Neukirchen, oberhalb der Grundschule in Richtung Stoppelsberg, schreitet der Neubau des lange geplanten und nicht unumstrittenen Hochbehälters voran. Rund 500 000 Euro kostet der Bau, dazu kommen rund 100 000 Euro für die Technik. Viel Geld für die Marktgemeinde, doch der Neubau ist laut Frank Schott vom Bauamt dringend notwendig. Auch Haunetals Gemeindevertreter hatten es sich nicht leicht gemacht, dem Projekt zuzustimmen.

„Dass etwas getan werden muss, ist schon seit etwa sechs Jahren bekannt“, blickt Schott zurück. Nicht nur auf die Qualität des Trinkwassers könnte sich der schlechte Zustand des jetzigen Hochbehälters nahe der Grundschule auswirken, auch die Löschwassersituation im Wohngebiet Steinmich ist wegen fehlenden Wasserdrucks mangelhaft. „Im schlimmsten Fall bekommt die Feuerwehr kein Wasser aus den Hydranten“, verdeutlicht Schott die Probleme.

Eine Sanierung des bestehenden Hochbehälters wäre laut Schott wirtschaftlich nicht sinnvoll gewesen. Mit den Erdarbeiten für den Neubau ist im August begonnen worden, aktuell sind die Arbeiter dabei, eine von zwei Wasserkammern zu errichten. Der Neubau wird über zwei Kammern mit jeweils 150 Kubikmetern Fassungsvermögen verfügen – eine für das Brauchwasser, eine für Löschwasser. Dazwischen liegt ein Technikraum.

Nach der Fertigstellung, die je nach Witterung für das Frühjahr 2016 geplant ist, wird der Stahlbetonbau mit Erde überdeckt. Nur noch die Tür wird dann zu sehen sein. So kommt kein Tageslicht an das Wasser, war zu Bakterienbildung führen kann.

Der alte Hochbehälter aus dem Jahr 1962, der mit Inbetriebnahme des neuen stillgelegt wird.

Mit dem neuen Hochbehälter wird das betroffene Versorgungsgebiet in Neukirchen in eine Hoch- und eine Tiefzone geteilt, die von der B 27 getrennt wird. An der Stoppeler Straße wird ein Druckminderungsschacht errichtet, der dafür sorgen soll, dass in der Tiefzone der Wasserdruck nicht zu hoch wird.

Die Gebäude unmittelbar unterhalb des alten Hochbehälters waren bisher auf eigene Druckerhöhungsanlagen angewiesen, weil sonst der Wasserdruck nicht ausgereicht hätte, um etwa die Wasch- oder Spülmaschine zu bedienen. „Diese werden künftig nicht mehr benötigt“, erklärt Schott. Mit dem Bau des neuen Hochbehälters wird auch die Wasserleitung in der Burg-Hauneck-Straße bis hin zur Stoppeler Straße parallel zur Bundesstraße 27 erneuert.

Zu Mehrkosten beim Material in Höhe von rund 90 000 Euro und einer Verzögerung beim Bau hatte zwischenzeitlich eine neue Planungsvariante geführt. Das Bauwerk wurde schließlich um 30 Höhenmeter weiter in Richtung Stoppelsberg versetzt, um den Druck in beiden Zonen zu gewährleisten.

Genutzt werden können soll der neue Hochbehälter Mitte/Ende des kommenden Jahres.

Von Nadine Maaz

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