In seinem Kelleratelier gibt der pensionierte Lehrer Udo Friedrich auch Kunstkurse

Von der Natur inspiriert

Udo Friedrich malt mit der Airbrush-Pistole. Seit Jahresanfang gibt er in seinem kleinen Atelier auch Kurse. Foto: nh

Wehrda. Seit seiner Jugend hat sich Udo Friedrich (63) der Kunst verschrieben. In seinem „Kleinen Kelleratelier“ in Wehrda gibt der Kunstpädagoge nun seit Anfang des Jahres Kunstkurse.

Blumen und Landschaften spielen in Udo Friedrichs Werken eine wesentliche Rolle. Der freischaffende Künstler und Kunstpädagoge aus Wehrda hält sich am liebsten in seinem Garten auf. Dort sitzt der 63-Jährige mit seinem Skizzenblock im Strandkorb und lässt sich von der Natur inspirieren. „Ich habe eigentlich keinen Nutzgarten, nur sehr viele Blumen“, erzählt der Kunstpädagoge. Erst wenn man genau hinsehe, erkenne man das Besondere. „Vergrößert man die Dinge der Natur, sieht man beim Malen plötzlich alle möglichen Formen“, erklärt er.

In seinen Bildern versucht er das Gesehene möglichst realistisch und der Natur entsprechend auf die Leinwand zu bannen. Mit Acryl-, Öl-, Aquarell-Farbe oder der Airbrush-Technik gestaltet er die Motive nach seinen ganz eigenen Farbvorstellungen.

Von sich selbst sagt Friedrich, er sei kein akademisch genauer Maler. „Ich bin kein Künstler, sondern Kunsterzieher. Wenn Experten kommen und kritisieren, dass die eine oder andere Farbe nicht in die Stimmung des Bildes passt oder dass man die Leinwand zu deutlich sieht, lässt mich das recht kalt“, sagt er. „Meine Bilder sind eher unter dem dekorativen Aspekt gemalt.“

Nur in den Ferien

Nach seinem Studium der Kunsterziehung und Geschichte in Frankfurt, unterrichtete Friedrich bis vor fünf Jahren als Kunstlehrer am Internat Hermann-Lietz-Schule auf Schloss Hohenwerda. Während seiner Lehrtätigkeit fand er nur während der Ferien Zeit zum Malen, da ihn die Arbeit im Internat stark forderte. Einige Arbeiten entstanden auch im Kunstunterricht, weil er die gleichen Aufgaben, die er seinen Schülern stellte, selbst ausführen wollte.

Künstler zu Gast im Internat

Zwölf Jahre lang sorgte er mit der Kunstwoche für einen kulturellen Höhepunkt im Internat in Hohenwehrda. Jährlich schlugen dort unter seiner Regie namhafte Künstler ihre Zelte auf. Mit ihnen schufen die Schüler eine Woche lang Kunst und lernten unterschiedliche Techniken kennen. Das Ergebnis präsentierten sie abschließend in einer gemeinsamen Ausstellung. „Dabei lernten nicht nur die Schüler etwas von den Künstlern, sondern ich habe mir auch das ein oder andere von ihnen zeigen lassen“, berichtet der 63-Jährige. Nun, während seines Ruhestandes, finde er genug Zeit für die kreative Arbeit, die ihm zuvor gefehlt habe.

Mittlerweile hat Friedrich sein Atelier zuhause ausgebaut. Im ersten Stock arbeitet er nur noch, wenn er mit der Airbrush-Pistole Motive einfängt. Seit Anfang des Jahres hat er zudem im Keller ein Künstler-Territorium geschaffen – dort gibt er regelmäßig Kurse. Er unterrichtet Erwachsene, die am Malen und Zeichnen Interesse haben und ihre kreative Ader entwickeln möchten. An acht Abenden, dienstags oder donnerstags, hilft er den vier bis sechs Kursteilnehmern, die eigenen Bildvorstellungen in ausdrucksstarken Zeichnungen oder Gemälden festzuhalten. Die Kursteilnahme setzt keine Vorkenntnisse voraus, außer Interesse und Spaß am Malen und Zeichnen.

Von Christiane Hartung

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