Haunetal am Tag danach: Gerd Lang hofft, im November anfangen zu können

„Nägel mit Köpfen machen“

Willkommen: Wahlleiter Volker Heise (rechts) gratuliert dem neuen Bürgermeister Gerd Lang (parteilos). Foto: Maaz

Haunetal. Am Telefon, auf dem Weg zum Rathaus, erfuhr Gerd Lang am Sonntagabend von seinem Wahlsieg. 56,9 Prozent hatten sich für den parteilosen Kandidaten aus Stärklos ausgesprochen, der bei der Verkündung durch Wahlleiter Volker Heise noch vor 19 Uhr allerdings noch gar nicht anwesend war.

„Ich habe die ersten Ergebnisse in Stärklos verfolgt und bin dann nochmal in Wehrda vorbei gefahren“, erklärt Lang sein „Zuspätkommen“. Dass die Auszählung der Stimmen so schnell gehen würde, damit hatte er nicht gerechnet.

Heute will der 56-Jährige ein Gespräch im Ministerium führen und „Nägel mit Köpfen machen“. Denn seinen bisherigen Job als Leiter des Bildungszentrums der Thüringer Polizei und des Fachbereichs Öffentliche Verwaltung muss er als Bürgermeister aufgeben. Auch ob sein Dienstverhältnis im Freistaat beendet wird oder ruht, müsse noch geklärt werden. „Mein Ziel ist es, so schnell wie möglich in Haunetal anzufangen, aber ich möchte natürlich auch eine ordentliche Übergabe machen“, sagt Lang. „Ich kann nichts versprechen, aber ich denke, Anfang November ist realistisch.“

Haunetals Erste Beigeordnete Almuth Freifrau von Campenhausen zeigte sich erfreut über die hohe Wahlbeteiligung von 76,2 Prozent. Nach der „schweren Zeit“, die Haunetal hinter sich habe, hoffe sie nun auf einen „ordentlichen Stil“ mit Respekt voreinander im Sinne alle Bürger. „Wenn auch der neue Bürgermeister an Streitigkeiten scheitern würde, wäre das schrecklich“, so von Campenhausen mit Blick auf die Vergangenheit. Bei allen politischen Entscheidungen müsse die Parteizugehörigkeit hinter der Sachlichkeit stehen. Bis Gerd Lang sein Amt antreten kann, vertritt die Erste Beigeordnete weiterhin offiziell den Bürgermeister.

Der unterlegene CDU-Kandidat Andreas Kimpel, der auf 25,1 Prozent der Stimmen kam, will sich auch weiterhin ehrenamtlich in der Gemeindevertretung engagieren. „Ich bin noch jung und die letzten Wochen waren ein Gewinn für mich“, so Kimpel. Ob er aber auch Fraktionsvorsitzender der CDU bleiben und somit erster Ansprechpartner Langs sein sollte, müsse man wohl nochmal besprechen. Kimpel geht davon aus, dass auch die anderen CDU-Vertreter in der Gemeindevertretung gewillt sind, weiter mitzuarbeiten, schließlich sei man sich in vielen Punkten ja einig gewesen, zum Beispiel wenn es um die Finanzen gehe.

SPD-Kandidat Frank Neuber, für den 17,9 Prozent stimmten, war die Enttäuschung auch gestern noch anzumerken. „Wir werden uns zusammensetzen und diskutieren, wie es gelaufen ist, das Abstimmungsverhalten in den Ortsteilen analysieren und dann eine Entscheidung treffen“, so Neuber, der erstmal ein, zwei Tage ins Land gehen lassen will. „Nach 17 Jahren ehrenamtlicher Arbeit muss man sich logischerweise die Frage stellen: Ist das richtig so?“, erklärte Neuber. Die nächste Kommunalwahl steht 2016 an. Ergebnisse

Von Nadine Maaz

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