Fränkisches Theater Schloss Maßbach zeigte „Halbe Wahrheiten“ in Eiterfeld

Munteres Verwirrspiel

„Halbe Wahrheiten“. In der Verwechslungskomödie, die das Fränkisches Theater Schloss Maßbach im Bürgerhaus Eiterfeld zeigte, müssen Greg (Benjamin Jorns), Ginny (Elisabeth Therstappen), Philip (Marc Marchand) und Sheila (Sandra Lava, von links) mit immer neuen und unerwarteten Situationen umgehen. Foto: Landsiedel

Eiterfeld. Fremde Pantoffeln unterm Bett, ein halbes Dutzend Blumensträuße in der Badewanne, mysteriöse Telefonanrufe – ohne Notlügen kann Ginny all dies ihrem Freund, der ihr soeben einen Heiratsantrag gemacht hat, nicht erklären. Da aber Lügen bekanntlich kurze Beine haben, wird Greg mit jeder weiteren Erklärung misstrauischer und ein munteres Verwirrspiel nimmt seinen Lauf. Das Fränkische Theater Schloss Maßbach brachte das Erfolgsstück von Sir Alan Ayckbourn auf die Bühne des Eiterfelder Bürgerhauses.

Ginny, die vorgeblich ihre Eltern besuchen, in Wirklichkeit aber mit Philip, ihrem verheirateten Chef und Geliebten Schluss machen will, lehnt es vehement ab, dass Greg sie „zu ihrem Elternhaus“ begleitet. Als Greg, misstrauisch geworden, sich ebenfalls auf den Weg macht und noch vor Ginny bei deren angeblichen Eltern eintrifft, kommt es zu einem wahren Feuerwerk an Komplikationen, Missverständnissen und Verwechselungen.

Greg hält Philip, den ehemaligen Liebhaber seiner Freundin, für seinen zukünftigen Schwiegervater, während dieser wiederum in Greg den Liebhaber seiner Frau Sheila vermutet. Vordergründig eine Boulevardkomödie um die beliebten Themen Seitensprung und Affären, geht es eigentlich doch um die Beziehung zwischen Mann und Frau, die wie so oft an der Kommunikation scheitert. Das Ganze wird noch gewürzt mit einem satirischen Blick auf das Leben der oberen englischen Mittelklasse, die sich bester Rosamunde-Pilcher-Manier im gepflegten Cottage in inhaltsleeren Konversationen ergeht.

Pantoffelfrage ungeklärt

Zum Schluss gibt es auch kein echtes Happy-End, denn das Rätsel, wem denn nun die Pantoffel gehören, bleibt ungelöst; und Philip, dem abgelegten Liebhaber, bleibt die Genugtuung, dass seinem Nachfolger ebenfalls Hörner aufgesetzt werden.

In der rasanten Inszenierung von Susanne Pfeiffer gefielen Sandra Lava als nur vordergründig naive Sheila, Elisabeth Therstappen als etwas chaotische junge Frau, Marc Marchand als sarkastischer Ehemann und abgelegter Liebhaber sowie Benjamin Jorns als ungestümer jugendlicher Liebhaber. Das Publikum im sehr gut besetzten Eiterfelder Bürgerhaus erlebte einen vergnüglichen Abend und spendete, als nach knapp zwei Stunden der Vorhang fiel, reichlich Applaus.

Abschließend sei der Hinweis auf die nächste Veranstaltung erlaubt: Am Montag, 16. März, gastiert wiederum das Fränkische Theater Schloss Maßbach im Eiterfelder Bürgerhaus mit dem Schauspiel „Anna Karenina“ nach dem Roman von Leo Tolstoi.

Von Thomas Landsiedel

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