Merle Blum arbeitet als Pfarrerin in Wehrda und Rhina mit ihrem Mann zusammen

Menschen zur Seite stehen

Ein Team: Steffen und Merle Blum leiten die Gemeinde Wehrda-Rhina ab jetzt gemeinsam. Foto: Burkhardt

Wehrda. Die evangelische Gemeinde Wehrda-Rhina hat eine neue Pfarrerin: Merle Blum teilt sich die Stelle seit Anfang August mit ihrem Ehemann Steffen, der dort schon neun Jahre tätig ist.

Merle Blum freut sich auf ihre Arbeit als Gemeindepfarrerin in Wehrda und Rhina. Im schönen, idyllisch neben der Wehrdaer Kirche gelegenen Pfarrheim haben die Blums für sich und die beiden Söhne (drei und fast acht Jahre) ein Zuhause gefunden. „Ich wollte mein Aufgabengebiet wechseln, aber aus Wehrda wollten wir beide noch nicht weg“, berichtet die 39-Jährige, die in Bielefeld, Heidelberg und Bonn studierte.

Jetzt teilt sich die gebürtige Westfälin die Stelle mit ihrem Mann, der sich als Ausgleich zusätzlich mit einem Pilot-Projekt der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck befasst: „Es geht um neue Ansätze zur Frage, mit welchen Finanzierungsmodellen und Sponsorings in Zukunft kleine Pfarrstellen wie in Wehrda-Rhina erhalten werden können. Damit können wir den Leuten signalisieren, dass wir etwas für den Erhalt dieser Pfarrstellen tun“, erklärt Merle Blum, die bei dem Projekt ihres Mannes auch selbst aktiv mitdenken möchte.

Nach dem bestandenen zweiten theologischen Examen und ihrer Ordination 2002, nahm sich Blum eines seltenen Arbeitsfeldes an: Sie ging in die Gehörlosenseelsorge. Dafür musste sie zunächst eine Fortbildung machen und Gebärdensprache lernen. Danach war die Theologin über neun Jahre für die gehörlosen Gläubigen in Fulda und Hanau da. „Zu meinen Aufgaben gehörten Gottesdienste in Gebärdensprache und Hausbesuche bei den Gemeindemitgliedern“, erzählt Blum. Noch ein halbes Jahr wird sie einige dieser Aufgaben wahrnehmen, bis ein Nachfolger für sie gefunden ist.

In ihrer Freizeit singt Blum gerne und sie betreut die Kinder- und Jugendbücherei „Schatzinsel“ in Wehrda mit. Jetzt freut sie sich aber auf ein „normales Gemeindeleben vor Ort“ mit den 850 Gemeindemitgliedern von Wehrda und Rhina. Blum möchte sich zunächst in ihrer Gemeinde orientieren. Einige Ideen bringt sie aber bereits mit: „Ich möchte eine neue Gruppe für jüngere Frauen einrichten und mich im Bereich Familie engagieren.“

Sicher ist sie sich, dass ihre Arbeit in der Gemeinde um andere Punkte kreisen wird, als die ihres Mannes Steffen. „Wir sind zwei unterschiedliche Menschen mit anderen Schwerpunkten und Interessen – da ergibt sich das automatisch“, Und sie sucht den engen Kontakt zu den Menschen: Zu wissen, was die Gemeindemitglieder bewegt, ihnen bei Problemen zur Seite zu stehen und gemeinsam in der Kirchengemeinde am Glauben zu bauen, sind ihre Ziele.

Was die gemeinsame Arbeit mit ihrem Ehemann angeht, ist Blum zuversichtlich: „Wir haben in der Vergangenheit gemerkt, dass Zusammenarbeit bei uns gut funktioniert.“ Die beiden Blums, die sich im Studium kennenlernten, möchten dienstliches und privates dennoch trennen – auch wenn das nicht einfach wird, wie Merle Blum gesteht.

Das neue Arbeitsverhältnis des Ehepaares wurde von der Landeskirche zunächst auf fünf Jahre befristet.

Von Viktoria Hahn

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