MGV Wehrda stand gemeinsam mit dem Schwarzmeer-Kosaken-Chor auf der Bühne

Magie und Stimmgewalt

Kunitski Fedar während des Solos „Vater unser“. Fedar ist Tenor im MGV, singt aber auch im Kosaken-Chor.

Wehrda. Ein stimmgewaltiges Konzert voller Magie und Sinnlichkeit erlebten die über 200 Besucher in der Wehrdaer Kirche, wo der Schwarzmeer-Kosaken-Chor zusammen mit dem Männergesangverein (MGV) Wehrda auftrat. Die historische Kirche bot das passende Ambiente für den 15-Personen-Chor. Ohne mehrere Zugaben ließen die Zuhörer die Gäste und ihren MGV nicht von der Bühne.

Der Schwarzmeer-Kosaken-Chor kam von Frankfurt an der Oder, präsentierte sich in Wehrda und tags darauf folgte das nächste Konzert in Dresden. Die Gruppe befindet sich auf Deutschland-Tournee. In Kirchen und Konzertsälen präsentiert sie ihr Programm. Und dieses ist mit vielen christlichen Liedern und russischen Balladen auf die Atmosphäre und Akustik einer Kirche optimal zugeschnitten. Es könnten Allerweltsstücke sein, würde sie nicht der Schwarzmeer-Kosaken-Chor beseelen. Warum der Chor ausgerechnet im kleinen Wehrda Halt machte, ist eine interessante Geschichte. Vor 20 Jahren kam Elena Töws aus Kasachstan nach Wehrda.

Kunitski Fedar vermittelt

Seit dieser Zeit leitet sie den MGV, den Kinderchor und den Gospelchor Wehrda. In Kasachstan hatte sie Chorleitung studiert und ihre Prüfungen mit hervorragenden Abschlüssen absolviert. Töws bedauert: „Leider wurden die Zeugnisse bislang nicht in Deutschland anerkannt.“ Da sie mit Leidenschaft Musik macht, war ihr in diesem Bereich nur ehrenamtliches Engagement möglich. Ein Glücksfall für die Sänger in Wehrda. Und Töws entdeckte einen hervorragenden Tenor: Kunitski Fedar.

Seit drei Jahren singt Kunitski Fedar als Tenor im MGV. Das sehr aktive MGV- Vorstandsmitglied Lothar Schäfer hörte schließlich von Wolfgang Schwalm (Wildecker Herzbuben), dass Peter Orloff für seinen Chor einen Tenor sucht, und er vermittelte Kunitski an Orloff. Seit einem Jahr ist Kunitski nun aktives Mitglied der Schwarzmeer-Kosaken. Dazu sagte Orloff: „Keine Angst, ihr verliert Fedar nicht, er ist nur zu den Tourneezeiten bei uns, ansonsten bleibt er dem MGV Wehrda treu.“

Inzwischen ist Kunitski ein fester Bestand des Kosaken- Chors. In Wehrda erhielt er viel Applaus für seine diversen, einfühlsam intonierten Soli. Orloff, der gekonnt als Conferencier und Solist durch den Abend führte, bemerkte: „Der Prophet ist sehr wohl was wert in Wehrda.“ Der gesamte Kosaken-Chor lieferte ein beeindruckendes Programm ab. Jede Solisten- Stimme für sich war gewaltig und ging unter die Haut. Zusammen bildete der Gesang eine einzigartige Symbiose. Das „Ave Maria“, der „Gefangenenchor“ aus der Oper Nabucco oder „Abendglocken“ sind nur drei Beispiele von vielen Höhepunkten.

Auch der Männerchor Wehrda erhielt viel Beifall für die Darbietung der Lieder „Ich bete an die Macht der Liebe“, „Dir, Herr, wollen wir singen“ und „Das Morgenrot“. Krönender Abschluss war das gemeinsam von beiden Chören gesungene „Guten Abend, gute Nacht“. Es war, als hätten tiefe homogene Glocken zur Nachtruhe geläutet. Es bleibt ein unvergesslicher Abend, der viel Kraft spendete.

Von Christa Desoi

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