Neue Ausstellung mit Nikolai Lagoida und Katja Wickert in der Galerie Liebau

Liebe und Einsamkeit

Vernissage in der Galerie Liebau: Katja Wickert links, Galerist Günter Liebau in der Mitte und rechts Nikolai Lagoida vor dem Gemälde „Der Morgen“. Fotos: Desoi

Burghaun. Der russische Maler Nikolai Lagoida und die Malerin und Objektgestalterin Katja Wickert stellen ihre Werke bis zum 20. April in der Galerie Liebau in Burghaun aus.

Besonders wenn das Zwielicht in die lichtgefluteten Räume einzieht und die Abendsonne Einschau hält, ergeben sich Farbspiele und Kommunikation zwischen den Werken der so unterschiedlichen Künstler Lagoida und Wickert. Es lohnt sich auch für die Besucher der Vernissage, noch einmal wieder zu kommen und die Ausstellung in Ruhe zu geniessen. Lagoida und Wickert sind zum ersten Mal in Burghaun zu Gast.

Nikolai Lagoida, das sieht man auf den ersten Blick, beherrscht sein Handwerk. Nach klassischer Ausbildung in altmeisterlicher Maltechnik bringt er mehrschichtig das Öl auf die Leinwand. Das Malen in Schichten ist sehr zeitaufwendig, so dass er mehrere Gemälde auf einmal beginnt und zwischendurch immer wieder auf optimale Trocknung warten muss. Seine Motive: Menschen, Liebe, Einsamkeit.

Einige seiner Werke erinnern an die kunstvoll gefertigten Ikonen. Andere spiegeln Einsamkeit der modernen Welt wider. Gefühlsmäßig warnen sie vor dem, was wir aus dieser Welt in der Zukunft machen. Die Bilder besitzen eine kühle Schönheit, scheinbare Momentaufnahmen hoch ästhetischer Modelle.

Die Bilder von Nikolai Lagoida sind in Städtischen Galerien und Museen in Russland und in Privatsammlungen in Deutschland, USA, Israel, Russland, Kanada und Frankreich vertreten.

Katja Wickert ist in Fulda geboren. Nach Studium der Bildenden Kunst wurde sie Meisterschülerin von Stephan Paul Schneider. Natürliche Materialien bestimmen die Gestaltung ihrer Objekte. Dazu benutzt sie Holz, Asche, Steinmehl, Pigmente und Leinöl. Die Materialien bilden auf den Holzblöcken Natur-ähnliche, organische Strukturen. Linien, Risse, Kratzspuren bis hin zu scheinbar polierten Flächen.

Wickert: „Materialien, die mich auf irgendeine Weise ansprechen, sind Impulse für meine Arbeiten. Die Arbeiten wachsen in vielschichtigen, manchmal mehrjährigen Prozessen.“

Die Kreisbilder greifen das Symbol des Lebenskreises auf – Wachsen, Werden und Vergehen – und wieder ein neuer Anfang. Staunend stehen die Besucher davor und lassen diesen Lebenskreis auf sich wirkten. Dagegen verlieren die liegenden Objekte durch ihre Nähe an Magie und reizen zum Anfassen. Ähnliche Reize, wie Bausteine für Kleinkinder, lässt so manchen Besucher daran greifen, wenn keiner hinschaut. Wie wäre es mit selber machen? Auch dazu animieren die Objekte von Katja Wickert.

Die Vernissage wurde von Rainer Rueppell mit klassischer Gitarre musikalisch untermalt. Galerist Günter Liebau sprach noch eine Einladung für den 23. März ab 15 Uhr im Museum Modern Art in Hünfeld aus. Liebau und sein Sohn Peter werden dann die Leitung des Museums Modern Art übernehmen und Jürgen Blum hilfreich zur Seite stehen.

Die Ausstellung Lagoida/Wickert ist bis zum 20 April zu besichtigen. Öffnungszeiten: donnerstags bis sonntags von 15-18 Uhr und nach Vereinbarung.

Von Christa Desoi

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