Zweimal 2000 Euro: Spendenübergabe aus „Wehrda rennt“

Laufen lohnt sich

Der Stand des „Projekts 2017“ auf dem Weihnachtsmarkt in Wehrda. Dessen Mitglieder haben es sich zur Aufgabe gemacht, bis 2017 das Geld für die Renovierung der Kirchen in Wehrda und Rhina aufzutreiben. Von links „Kirchenretterin“ Maria Wepler, Pfarrer Steffen und Pfarrerin Merle Blum. Foto: Jeuthner

Wehrda. Stimmungsvoller hätte diese Spendenübergabe kaum sein können: Umrahmt von weihnachtlichen Melodien, die die Wehrdaer Chöre – der Singkreis, der Männergesangverein, der Gospelchor, die Flötengruppe und der Kinderchor – vortrugen, wurden die Erlöse aus dem Benefizlauf „Werhda rennt“ verteilt.

Die Hälfte, 2000 Euro, wurde in diesem Jahr der Aktion „Hilfe Sonneberg“ übergeben. Karl-Heinz Becker, Ortsvorsteher von Schlitz-Hartershausen, der in Vertretung des Pfarrers Jürgen Seng gekommen war, schilderte das Vorhaben. Im Dorf gebe es zwei Kinder, die zehnjährige Michelle und den 13-jährigen Nico, deren Mutter mit 35 Jahren gestorben sei. Der Vater müsse arbeiten, die Großmutter sei selbst pflegebedürftig und die Kinder sollten eigentlich ganztags in den zuständigen Hort, und damit heraus aus ihrem üblichen sozialen Umfeld. Mittlerweile habe man es geschafft, Hilfe vom Jugendamt zu bekommen. Die Kinder werden nun zweimal in der Woche für je drei Stunden zu Hause betreut, werden bekocht, und die Schularbeiten werden beaufsichtigt.

Diese Betreuung möchte die Initiative „Hilfe Sonneberg“ mit der Spendenaktion, der sich spontan die Vereine des Ortes anschlossen, auf vier Tage pro Woche ausweiten.

Ebenfalls 2000 Euro kommen dem ökumenischen Hospizverein Hünfeld zugute. Dessen Mitarbeiter Hermann Held erläuterte kurz die Aufgabe, der sich dieser Verein verschrieben hat. „Hospizarbeit steht als zusätzliches Angebot neben ärztlicher, pflegerischer und seelsorgerlicher Versorgung von schwerkranken und sterbenden Menschen.“ Der Mensch sei ein soziales Wesen und brauche Nähe, gerade dann, wenn er durch Erkrankung und den nahenden Tod von den meistens alltäglichen Kontakten ausgeschlossen sei. Die Mitglieder des Hospizvereins sind alle ehrenamtlich tätig und wollten den Menschen zeigen, dass Sterben keine Krankheit sei. Sterben sei ein Teil des Lebens, mit dem jeder Mensch konfrontiert werde und der nicht verdrängt werden solle. Held dankte für die Spende mit einem herzlichen „Vergelt’s Gott“.

Kleiner, aber feiner Markt

Pfarrer Steffen Blum, der die Spendenschecks übergeben und mit heiteren und nachdenklich stimmenden Anekdoten durch das Programm geführt hatte, entließ die Menschen aus der bis dahin übervoll besetzten Kirche auf den kleinen, aber feinen Weihnachtsmarkt, der vom Verein „Wehrda, unser Dorf“ veranstaltet wurde und wieder viel Leckeres an Ess- und Trinkbarem zu bieten hatte, aber auch Kunstgewerbliches in allerlei Variationen. Auch in diesem Jahr wird der Veranstalter das so genannte „Projekt 2017“, die Renovierung der beiden Kirchen in Wehrda und Rhina, unterstützen.

Von Elfriede Jeuthner

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