Bürger diskutieren Haushalt und Sparvorschläge

Lampen könnten künftig aus bleiben

Bürgermeister Stefan Euler stellte den Haunetalern den Haushalt 2013 vor. Foto: Maaz/Ar

Haunetal. Was mit einem umfassenden Zahlenwerk begann, entwickelte sich am Ende zu einer lebhaften Diskussion. Haunetals Gemeindeoberhaupt Stefan Euler hatte die Bürger für Mittwochabend in den Schulungsraum der Feuerwehr Neukirchen eingeladen, um ihnen den Haushaltsplan 2013 als „A und O des gemeindlichen Handelns“ sowie das geplante Investitionsprogramm vorzustellen. Erschienen waren knapp 20 Zuhörer, zumeist älteren Semesters, aus verschiedenen Ortsteilen – darunter auch zwei Vertreter aus dem Vorstand der Gemeinde.

8,5 Millionen Euro Schulden

Es sollte aber nicht nur um den 2013er-Haushalt gehen, mit Blick in die Zukunft wollte der Bürgermeister von „seinen“ Haunetalern wissen: was ist ihnen wichtig, welche Änderungen halten sie für dringend notwendig und wo könnten Kosten gespart werden?

Denn eins steht fest: „Die Situation ist nicht viel besser als letztes Jahr“, so Euler. Man müsse sparen, auch wenn es eigentlich nichts zu sparen gebe. Das Haushaltsdefizit 2013 liegt bei rund 475 000 Euro, zudem hat die Gemeinde etwa 8,5 Millionen Euro Schulden.

Um die Schuldenlast und das Dilemma zwischen Tilgungszahlungen und neuen Kreditaufnahmen sorgten sich denn auch die Bürger. Zumindest für die Zukunft konnte Stefan Euler sie ein wenig beruhigen: ab 2014 soll es gelingen, nicht mehr Schulden aufzunehmen als zu tilgen. Weitere Themen, die den Diskussionsteilnehmern auf den Nägel brannten, waren unter anderem die Kosten für Wasser und Abwasser, die gesetzlich vorgeschriebene U-3-Betreuung ab August, Straßenschäden, Häuserleerstände und der demografische Wandel mit seinen Folgen, wie der Überalterung. Wolfgang Schmitt (SPD) sieht es als Manko an, dass es in Haunetal bisher kein betreutes Wohnen gibt.

Ganz konkret sprachen einige Bürger den Vorschlag aus, die Straßenbeleuchtung nachts abzuschalten. Laut Bürgermeister Euler ließen sich so circa 8000 Euro im Jahr sparen. Das sei zwar nicht die Welt, aber es würde auch niemanden finanziell belasten. In den Ortsteilen sollten außerdem vermehrt Leistungen in Eigeninitiative erbracht werden, zum Beispiel könnten Patenschaften für gemeindliche Flächen wie Beete oder Friedhöfe vergeben werden. Mehr Engagement wünscht sich auch Katrin Reusch-Landsmann; aus Erfahrung wisse sie aber, wie schwierig es sei, Leute zu finden.

Bei aller Kritik und allen Vorschlägen wurde schnell klar: Einerseits müsse man die Belastungen für die Bürger so gering wie möglich und die Gemeinde attraktiv für Jung wie Alt halten, andererseits müsse eben gespart werden und da sollten auch die Themen Grundsteuererhöhung oder Schließung von Dorfgemeinschaftshäuser kein Tabu sein. Euler betonte: „Wir dürfen die Lasten nicht in die Zukunft verschieben.“

Der Haushalt 2013 soll am 26. Februar von den Gemeindevertretern beschlossen und muss dann von der Kommunalaufsicht genehmigt werden.

Von Nadine Maaz

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