Stoppeler Theatergruppe begeistert

Laienspiel statt Fußball-WM

Happy End: Endlich kann der Kronprinz seine Rosenkönigin in die Arme schließen, sehr zum Ärger der Stief-Königin (Mitte in weiß: Birgit Gutberlet) und zur Freude von Pimpernello (rechts daneben: Thomas Schmidt), rechts neben ihm entsetzt Prinzessin Gundelaja (Dagmar Hubenthal). Fotos: Jeuthner

Oberstoppel. „Es freut uns, dass Sie heute Abend uns den Vorzug geben und nicht dem Fußball“, erklärte der Moderator der Theatergruppe Uwe Gippert in seiner Begrüßung und wunderte sich, dass trotz des Spieles Deutschland gegen Frankreich so viele Menschen den Weg auf die Burg gefunden hatten. Es sei nun bereits das 17. Mal, dass man zu einem Märchenspiel auf die Burgruine eingeladen und sich wie immer vorgenommen habe, seine treuen Zuschauer bestens zu unterhalten.

Rustikaler Umgangston

Und so hieß es – wie könnte es anders sein: Es war einmal ... eine königliche Stiefmutter (gekonnt deftig: Birgit Gutberlet), die sich anstatt einer dem Hofe angemessen, gesitteten Ausdrucksweise gern einer eher rustikalen Umgangssprache bedient und die nichts weiter zu interessieren scheint als neue Kleider und Schmuck. Als nun der königliche Gatte, dem zu Lebzeiten – gleich nach seiner Gemahlin –nichts so sehr auf die Nerven ging wie das Regieren, aus dem Leben scheidet, will sie ihren Stiefsohn unbedingt standesgemäß mit einer Prinzessin verheiraten. Diesem Plan kann Kronprinz Friedemann so gar nichts abgewinnen, ist er doch bis über beide Ohren (oder waren es fünf ?) in eine ganz und gar nicht standesgemäße Gärtnerin (allerliebst: Sophia Brehm) verliebt.

Rasch haben sich auf Geheiß der Stiefmutter und sehr zum Leidwesen des Prinzen einige interessierte Bewerberinnen eingefunden, die bis auf Prinzessin Bonifazia bereits im Vorfeld heftig um Friedemann streiten. Der sieht seine Chancen auf ein Happy-End mit seiner „Rosenkönigin“ schwinden, wohl wissend, dass Stiefmama niemals einer solch unstandesgemäßen Heirat zustimmen würde.

Aber da kommt Pimpernello (herrlich schräg: Thomas Schmidt) ins Spiel, seines Zeichens Page, der bereits dem verblichenen König zuverlässiger Helfer war, und der seiner verhassten Herrin am liebsten den mit Perlen behangenen Hals umdrehen und nur zu gerne einmal kräftig in den Hintern treten würde. Mit Getöse und dem Motto: „Wer den Kopf hängen lässt, darf sich nicht wundern, wenn er den Himmel nicht mehr sieht“ greift er bald ins Geschehen ein, überlistet die Königin und sorgt mit Witz und Tücke dafür, dass Friedemann (herzzerreißend komisch: Markus Fippl) und seine Herzdame ein Paar werden können.

Begeisternde Aufführung

Wieder einmal ist es der Stoppeler Theatergruppe mit dem Stück „Nicht so schüchtern, Rosenkönigin“ nach einem Märchen von Ludwig Bechstein und bearbeitet von Dieter Bauer gelungen, die Zuschauer zu begeistern. Mit ihrem lockeren Spiel und ganz erstaunlichem schauspielerischem Talent brachten die Akteure die Zuschauer immer wieder zum Lachen, so, dass selbst die dicken Regentropfen, die zwischendurch vom Himmel fielen, die gute Laune, die im Publikum herrschte, nicht beeinträchtigten.

Eine nette Einstimmung war der Hobbyzauberer Wulf König im Vorprogramm, bei dessen Auftritt vor allem die Kinder ihren Riesenspaß hatten.

Von Elfriede Jeuthner

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