Serbisch-orthodoxe Kirche in Unterufhausen soll im Frühjahr gebaut werden

Kuppelbau auf der Wiese

Die Baugenehmigungen sind erteilt: Auf dieser Wiese soll im kommenden Jahr die serbisch-orthodoxe Kirche gebaut werden. Die Pläne zeigt Pater Justin (links) von der Verkündigungs-St.-Justin-Einsiedelei in Unterufhausen, in der sich kürzlich einige Priester des Dekanats versammelten, vorne rechts Abt Basilius. Foto: Maaz

Unterufhausen. Seit über zwei Jahren beheimatet die ehemalige Teichmühle in Unterufhausen die serbisch-orthodoxe Einsiedelei St. Justin. Nun werden auch die Pläne für den Bau einer Kirche an der Marienstraße konkret.

Die orthodoxe Mönchsskite des Heiligen Spyridon mit Hauptsitz in Geilnau möchte auf der Obstwiese neben der alten Mühle ein Kuppelgebäude aus Massivholz errichten, das einer romanischen Kirche aus dem 13. Jahrhundert nachempfunden ist, wenngleich die Schmuckelemente laut Architekt Norman Heimbrodt stark reduziert sind. Auch für den Hünfelder Architekten ist das Projekt etwas Besonderes. „Eine orthodoxe Kirche baut man ja nicht jeden Tag“, freut er sich.

Das Kloster „in der Mitte Deutschlands“ wird von Pater Justin geleitet – „Nachnamen benutzen wir nicht“, erklärt dieser lächelnd. Es ist in erster Linie als Pilgerstätte für orthodoxe Christen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gedacht. „Wir haben zurzeit sechs Übernachtungsmöglichkeiten für Männer und sieben für Frauen“, sagt Pater Justin. Etwa 20 orthodoxe Christen aus der näheren Umgebung, aber auch aus Frankfurt oder Nürnberg besuchen inzwischen die sonntäglichen Gottesdienste, die hauptsächlich in deutscher Sprache gehalten werden, aber auch serbische oder griechische Texte einbeziehen. In der provisorischen Kapelle riecht es dezent nach Weihrauch.

Der Bau der Kirche war eigentlich schon für das vergangene Jahr angekündigt worden, allerdings habe sich das Genehmigungsverfahren länger hingezogen als gedacht. Nun sind die Baugenehmigungen aber erteilt. Bauherr ist die Gesellschaft zur Förderung der orthodoxen Spiritualität. „Die Mönchsskite lebt allein von Spenden“, erklärt Pater Justin.

„Auch nur ein Mensch“

Der Mönch hat vor kurzem seinen 50. Geburtstag gefeiert. Geboren wurde er in München, aufgewachsen ist er in Norddeutschland. Zum serbisch-othodoxen Glauben hat er erst während des Studiums gefunden. Wenn er in Eiterfeld einkaufen geht, werde er wegen seines Gewands und des langen Barts zwar ab und zu noch komisch angeschaut, „aber man lernt immer mehr Leute kennen und die merken schnell, dass ich auch nur ein Mensch bin“, so der Pater. Oft verlasse er die Einsiedelei aber sowieso nicht, schließlich gibt es einen Obst- und Gemüsegarten zum Selbstversorgen. Einige Obstbäume müssen demnächst jedoch für den Neubau der Kirche weichen.

Mit Architekt Heimbrodt war Pater Justin im September in Serbien und im Kosovo unterwegs, um sich dort historische orthodoxe Kirchen anzuschauen. Der etwa 25 mal 16 Meter große einschiffige Bau mit 34 Zentimeter starken Massivholzwänden samt Kuppel, Kellergeschoss und angrenzendem Parkplatz wird in einem Teilbereich zweistöckig sein, im Keller sollen Veranstaltungsräume entstehen. Wenn alles klappt, soll es im Frühjahr losgehen, eventuell wird mit dem Keller aber auch noch dieses Jahr begonnen. Der Rohbau soll möglichst im Sommer fertig sein, pünktlich zu einem besonderen Feiertag der orthodoxen Kirche.

Auch im ehemaligen Gasthof stehen noch einige Renovierungsarbeiten an, unter anderem soll im Obergeschoss eine Bibliothek entstehen.

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Von Nadine Maaz

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