Ökumenischer Gottesdienst, Musik und internationale Speisen

Freundschaftsfest in der Villa Phantasia

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Überaus beeindruckend: Die „Angklung-Gruppe“ des Interkulturellen Zentrums Bad Hersfeld musizierte unter der Leitung von Susan Bernstein (links).

Oberstoppel. Zu einem „Fest der Kulturen“ hatte Herbergsvater Rainer Reul in die Villa Phantasia eingeladen. Obwohl es auch draußen Sitzgelegenheiten gab, trieben eiskalter Wind und niedrige Temperaturen die Besucher rasch in die Aufenthaltsräume des Schullandheimes. Dort gab es reichlich Möglichkeiten, sich anhand der ausgelegten Broschüren über das Leben der Menschen in Syrien, Eritrea und dem Iran zu informieren.

Anlässlich dieses Festes fand im Tagungsraum ein ökumenischer Gottesdienst statt, der gemeinsam von Pfarrer Thomas Funk von der evangelischen Kirchengemeinde Neukirchen und deren Posaunenchor sowie Pfarrer Markus Blümel von der katholischen Kirchengemeinde Eiterfeld gestaltet wurde.

Pfarrer Funk bemerkte schmunzelnd, dass man den Eindruck verschiedener Kulturkreise auch schon erhalten könne, wenn man von Oberstoppel nach Unterstoppel oder von hier nach Neukirchen komme. Und da seien keine Menschen fremdländischer Herkunft unterwegs. Er habe sich auf diesen gemeinsamen Gottesdienst mit Pfarrer Blümel gefreut. Der Leitgedanke dabei sei einfach, gemeinsam mit den ausländischen Gästen Gott zu loben.

Dem schloss sich Pfarrer Blümel an, allerdings gefiel ihm der Begriff „Gäste“ nicht so ganz. „Gäste“ höre sich so an, als sei alles in Ordnung und normal. Aber das sei es eben nicht, man sei eine zwangsläufige Gemeinschaft.

Berührungspunkte

Aber bei genauerem Hinsehen werde man bemerken, dass es in den unterschiedlichen Kulturen viel mehr Berührungspunkte gebe als man zunächst meine. Bezeichnend dafür sei ein Satz, den er kürzlich von einem Bekannten gehört habe, der sagte: „Eigentlich bin ich ja ganz anders, ich komme nur nicht dazu“.

Er empfahl einen Blick auf das Bildchen der Mirjam, das er verteilt hatte. Er könne sich vorstellen, dass den Menschen, die Krieg und Chaos entkommen seien, zumute sei wie seinerzeit Mirjam, der Schwester Moses, die Gott dankte für die Befreiung Israels aus der ägyptischen Sklaverei.

Gottesdienst: Pfarrer Thomas Funk und Markus Blümel.

Nach dem Gottesdienst wurden eine deftige Gulaschsuppe und ein vegetarisches eritreisches Gericht angeboten.

Überaus beeindruckend waren die Klangspiele, die die „Angklung-Gruppe“ des Interkulturellen Zentrums Bad Hersfeld unter der Leitung Susan Bernsteins präsentierte. Auf indonesischen Musikinstrumenten aus mit Zahlen versehenen Bambusrohren, die in einem Bambusgitter hängen und beim Schütteln an die unterste Gitterstange schlagen und je nach Größe verschiedene Töne hervorbringen, erzeugten Menschen mit sechs unterschiedlichen Nationalitäten gemeinsam zauberhafte Melodien.

Begeistert applaudierten die Zuhörer, als „Komm lieber Mai“ und „Guantanamera“ erklangen. Susan Bernstein erklärte dazu, man müsse nur Zahlen lesen können, um hier mitzumachen. Bei ihnen bemühe man sich um Integration auf persönlicher Ebene. Das unterstrich auch Michael Langhorst als Vorsitzender des Ikuz'.

Zeichen gegen Rassismus

„Wer die Kulturen achtet und pflegt, hat mit dem Frieden keine Schwierigkeiten“, erklärte der Gastgeber Rainer Reul. Er möchte Zeichen setzen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und bittet darum, sich Zeit zu lassen im Umgang mit diesen Menschen, um zu lernen sie zu verstehen.

Von Elfriede Jeuthner

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