Die Sanierung der gesperrten Kirche in Wehrda ist in vollem Gange

Künstler am Werk

Wehrda. Man sieht und hört es schon seit einigen Wochen: An der evangelischen Kirche in Wehrda wird fleißig gearbeitet. Seit Ostern ist das Gotteshaus aus dem Jahr 1567 gesperrt, nachdem der schlechte Zustand der Decke offenbar geworden war. Dort bogen sich nicht nur die Holzbalken, auch deutliche Risse waren zu sehen (wir berichteten).

Nach der Planung, den notwendigen Ausschreibungen und Vergaben konnte Ende August schließlich mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden. Beteiligt sind das Architekturbüro Krieg und Warth aus Eichenzell, die Zimmerei Fesch-Bau aus Waldkappel und das Ingenieurbüro für Holzbau und Bauwerkserhaltung aus Mackenzell.

Im Innern ist die Kirche kaum wiederzuerkennen. Altar und Orgel sind gut verpackt, damit nichts beschädigt wird. Pfarrer Steffen Blum und Pfarrerin Merle Blum blicken zufrieden auf die Baustelle. „Es geht gut voran, alles läuft nach Plan“, berichten sie.

Die beschädigten Balken werden ausgetauscht beziehungsweise repariert. Die bestehenden Hängesäulen werden „aktiviert“, zusätzliche Druckstreben sollen für Stabilität sorgen. Dabei sei wie in allen historischen Gebäuden noch „echte Handwerkskunst“ gefragt, erklärt Uli Thümmler vom Ingenieurbüro für Holzbau und Bauwerkserhaltung.

Lehm fürs Klima

Nach der Instandsetzung soll eine Füllung aus Lehm als „Klimapuffer“ dienen. Lehm saugt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Die Zimmererarbeiten werden in den nächsten drei bis vier Wochen abgeschlossen. Noch in diesem Jahr soll dann auch das Dach neu gedeckt werden, und zwar mit Ziegeln in Naturrot.

Im Frühjahr stehen unter anderem die Arbeiten an der Außenfassade und den Fenstern an. Das Gerüst bleibt deshalb gleich stehen. Schön wäre es, wenn die Arbeiten bis zum Osterfest erledigt wären, sagen Pfarrer Steffen Blum und Pfarrerin Merle Blum. Zuvor möchte das Pfarrer-Ehepaar aber auch Weihnachten wieder in der Kirche feiern.

Die Sonntagsgottesdienste finden derzeit im Gemeindehaus statt, größere Veranstaltungen sowie Taufen und Trauungen müssen nach Rhina verlegt werden. Wegen der Sanierung nicht stattfinden kann in diesem Jahr das große Adventskonzert mit Weihnachtsmarkt. Über Alternativen wird aber bereits nachgedacht. 420 000 Euro sind für den ersten Bauabschnitt mit Decke, Dach und Fassade eingeplant. 70 000 Euro stehen an Spenden aus dem Projekt 2017 zur Verfügung, 60 000 Euro kommen vom Landesamt für Denkmalpflege und 50 000 Euro vom Kirchenkreis. Den Rest übernimmt die Landeskirche.

Abgeschlossen sind die Sanierungsarbeiten in Wehrda danach aber noch lange nicht. Auf die Instandsetzung des Kirchenschiffes sollen die eigentlich bereits geplante Sanierung des Kirchenturms und in einem dritten Bauabschnitt die Innensanierung folgen.

Von Nadine Maaz

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