Junger Holzbildhauermeister Christoph Mencke stellt in der Kulturscheune aus

Ein Künstler ohne Wurzeln

Kunst: Christoph Mencke und sein Meisterstück. Foto: Jeuthner

Wehrda. „Meine Arbeiten sind die Verarbeitung meiner Empfindungen“, erklärt Christoph Mencke und lächelt bescheiden. 1984 in Dresden geboren, bereits vor der Wende mit seinen Eltern nach Frankfurt übergesiedelt und schließlich gemeinsam mit ihnen nach Wehrda umgezogen, habe er sich dort überhaupt nicht „zurechtgefunden“ und sei fast nur noch unterwegs gewesen. Dabei sei er viel herum gekommen, habe viel gesehen und erlebt – „und nicht nur Schönes“. Sich selbst bezeichnet er als „im Grunde genommen ruhe- und wurzellos“.

Nun ist er zurück und hat sich in Wehrda eine Werkstatt eingerichtet. Nach dem Zivildienst im Klinikum Fulda, seinem Aufenthalt in Norwegen und allerlei „Globetrotterei“ in Deutschland und Umgebung schloss er 2009 seine Ausbildung zum Holzbildhauer in Bischofsheim in der Rhön ab. Nach der entsprechenden Ausbildung und den dazugehörenden Prüfungen wurde er 2011 schließlich Holzbildhauermeister „Von wegen demografische Entwicklung“, kommentierte Jürgen Klähn augenzwinkernd diesen „Neuzugang“ im Ort. Klähn, Veranstalter der Ausstellung und Betreiber der Kulturscheune Lange Wiese, erläuterte in seiner Eröffnungsrede den Titel der Ausstellung. „Momentum“ sei englisch und bedeute Wucht, Schwung, Impuls. Das sei es eben, was auch in den Werken Christoph Menckes zu finden sei.

Dabei ist der junge Holzbildhauermeister ungeheuer vielseitig. „Auf der Suche nach Form und Gestalt gibt es für mich kein ‘Tabu-Material’. Auch wenn ich mich dem Holz sehr verbunden fühle, finde ich im Metall, im Ton, im Gips und weiteren Materialien ebenso wichtige Grundlagen zum Bildnern. Jedes Material und jeder Arbeitsweg hat seine Berechtigung, wenn es um das Ergebnis geht.“ Er sehe sich und seine Kunst noch am Anfang eines Weges, der ihm grenzenlos erscheine.

„Ich bin begeistert von dieser Wahnsinns-Kreativität“, schwärmt eine Besucherin und hat auch rasch – wie viele andere auch – ein Lieblingsstück entdeckt. Sie möge die klaren Strukturen der Werke dieses jungen Künstlers, die Art, wie er mit relativ einfachen Mitteln Faszinierendes schaffe und die Unbekümmertheit, mit der er sich auch an sehr komplexe Themen heranwage. Sie sei beeindruckt und vermute, dass hinter dieser sehr frischen Fassade ein Genie schlummere.

Es ist die erste Einzelausstellung des 28-jährigen, und er ist froh, einmal zeigen zu können, „was man machen kann“. Auch viele junge Menschen waren gekommen, um seine Ausstellung zu sehen und auch sie zeigten sich begeistert von den Werken des Künstlers. Die Ausstellung ist noch bis zum 1. September täglich von 20 bis 22 Uhr geöffnet.

Von Elfriede Jeuthner

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