Marktgemeinde steht vor Bürgermeister-Neuwahl – Billing will die Auflösung

Kopfkino in Haunetal

Der Chefsessel im Haunetaler Rathaus bleibt vorerst leer. Der seit längerem erkrankte Bürgermeister Stefan Euler ist laut Amtsarzt dienstunfähig. Somit sind baldige Neuwahlen wahrscheinlich. Fotos: Maaz/nh

Haunetal. Nun ist es also amtlich, Haunetals erkrankter Bürgermeister Stefan Euler ist dienstunfähig. Die Marktgemeinde muss sich, keine drei Jahre nach der letzten Wahl, wohl oder übel auf die Suche nach einem neuen Verwaltungschef machen.

Über Eulers Dienstunfähigkeit hatte die Erste Beigeordnete Haunetals, Almuth von Campenhausen, die Gemeindevertreter und die Öffentlichkeit am Dienstagabend bei der Gemeindevertretersitzung informiert (wir berichteten). Eulers Dienstunfähigkeit ist bei der vom Gemeindevorstand angeordneten Untersuchung durch den Amtsarzt des Fachdienstes für Gesundheit beim Landkreis Anfang April festgestellt worden. Der Gemeindevorstand will Euler nun in den Ruhestand versetzen.

Einen Monat hat der Bürgermeister Zeit, Widerspruch einzulegen. Sollte dies der Fall sein, könnte das Verfahren beim Verwaltungsgericht landen. Davon geht derzeit aber wohl niemand aus. Die nächste Gemeindevertretersitzung ist für den 20. Mai angesetzt. „Ich denke, dass wir bis dahin ein Ergebnis haben“, so die Erste Beigeordnete. „Wir hoffen jetzt das Beste für Haunetal.“

Die Dienstbezüge des Bürgermeisters, die das Ruhegehalt übersteigen, werden laut dem Hessischen Beamtengesetz nach Ablauf des Monats, in dem diesem die Versetzung in den Ruhestand mitgeteilt worden ist, einbehalten. Neuwahlen müssen nach der Hessischen Gemeindeordnung bei unvorhergesehenem Freiwerden der Stelle innerhalb von vier Monaten stattfinden.

„Jemand, der sich einsetzt“

„Wir brauchen einen guten Mann oder eine gute Frau, der oder die sich für Haunetal einsetzt, egal aus welcher Partei“, sagt der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Dr. Axel Schreiber (CDU). Die Fraktionsvorsitzenden der Parteien in der Haunetaler Gemeindevertretung halten sich noch weitestgehend bedeckt, was mögliche Kandidaten betrifft. „Wir gehen einen Schritt nach dem anderen“, sagt Frank Neuber von der SPD, der 2011 gegen Euler kandidiert hatte. Es finde aber natürlich schon „Kopfkino“ statt. Neuber ist weiterhin der Meinung, dass die Gemeindevertretung Euler schon im Februar hätte gehen lassen sollen – allein aus Kostengründen.

„Wir sind gescheitert“, sagt der FWG-Fraktionsvorsitzende Klaus Billing. FWG und CDU hatten Euler als externen Kandidaten nach Haunetal geholt. Einen eigenen Kandidaten wolle die FWG bei Neuwahlen nicht ins Rennen schicken. Billing ist vielmehr dafür, die Gemeinde gleich ganz aufzulösen und die Ortsteile den Nachbargemeinden zuzuordnen. „Es ist offenbar kein Miteinander möglich“, so Billing.

Bei der CDU will man sich laut Fraktionsvorsitzendem Andreas Kimpel in Kürze treffen und beraten. Er persönlich sei aber der Meinung, dass es in Haunetal nur ein Kandidat schaffen könne, der von CDU und SPD getragen werde.

Von Nadine Maaz

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