Fränkisches Theater Schloss Maßbach gastiert mit „Der muss es sein“ in Eiterfeld

Köstlich amüsiert

Sarah stellt im Theaterstück „Der muss es sein“ ihren neuen Freund der Familie vor. Wer kennt das nicht? Der neue Schwiegersohn soll gefallen und muss sich einigen Fragen stellen über Beruf, Verdienst oder ethische Vorstellungen. Unser Bild zeigt von links: Mutter Miriam (Susanne Pfeiffer), Vater Abe (Eike Domroes), Bruder Joel (Daniel Schwingel), Bob (Christoph Schulenberger) und Sarah (Iris Farber). Foto: Desoi

Eiterfeld. Etwa 150 Gäste im Eiterfelder Bürgerhaus amüsierten sich köstlich bei der Komödie „Der muss es sein“ von James Sherman. Die Theatervorführungen des Fränkischen Theaters haben großen Zuspruch bei der Bevölkerung, besonders aus dem westlichen Umland.

Was wären die Winterabende ohne die Theateraufführungen im Bürgerhaus Eiterfeld? Der Kulturausschuss in Eiterfeld hat ein glückliches Händchen bewiesen. Trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt und damit Glättegefahr, kamen etwa 150 Gäste ins Eiterfelder Bürgerhaus. Auf dem Programm stand die Komödie „Der muss es sein“ von James Sherman. Die Komödie hatte die richtige Mischung aus Liebe, Dramatik und Alltagssituation.

Jüdischer Schwiegersohn

Inhaltlich geht es um den Druck, den Vater Abe (Eike Domroes) und Mutter Miriam (Susanne Pfeiffer) auf ihre Tochter Sarah (Iris Faber) ausüben: als Kind streng gläubiger Juden wird von Sarah erwartet, dass sie einen jüdischen Schwiegersohn liefert. Doch sie hat einen „Goi“ als Freund, den Nicht-Juden Donald (Benjamin Jorns). So engagiert sie kurzerhand beim Begleitservice „mich schickt der Himmel“ ein passendes Exemplar. Donald muss während des Familientreffs verschwinden.

Der Begleitservice schickt Bob (Christoph Schulenberger). Ein dramatischer Fehler, denn leider ist er auch nicht jüdischen Glaubens. Beruflich ist er Schauspieler und hat von koscheren Speisen und anderen jüdischen Ritualen keine Ahnung. Er spielt seine Rolle wahrlich gut. So gut, dass er Sarahs Gefühle erobert. Selbst als ihn Sarah als Chirurgen vorstellt, bringt ihn das nicht aus der Fassung. Die Komödie gewinnt an Fahrt und den Zuschauern stockt gelegentlich der Atem. Besonders wenn Sarah, als brave Tochter und nach der ganzen Anspannung, emotional aus sich heraus geht. Klar, dass der Schwindel früher oder später auffliegt. Mit ihres Bruders Joel (Daniel Schwingel) Hilfe steht Sarah auch öffentlich zu ihren Gefühlen und sagt deutlich was sie will. Sie will Bob und Bob will sie. Das Happy End nimmt seinen Lauf.

Emotionale Achterbahn

Regisseur Rolf Heiermann hat es wieder einmal geschafft, das Publikum auf eine emotionale Achterbahn mitzunehmen. Die Schauspieler sind dem heimischen Publikum inzwischen vertraut und man freut sich auf die Charakterdarsteller.

Das Bühnenbild von Pater Picciani, modernes Wohnzimmer mit IKEA Möbeln und der New Yorker Sky Line im Hintergrund, ist so ansprechend, dass die Theater Gäste auch ohne Akteure auf der Bühne gerne hinschauen.

Von Christa Desoi

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