Die Arbeiten an der serbisch–orthodoxen Pilgerstätte bei Ufhausen werden fortgesetzt

Kloster nimmt Gestalt an

Baustelle in Unterufhausen: Architekt Norman Heimbrodt vor dem Gebäude, an dem seit einer Woche wieder gebaut wird. Foto: Julia Hess

Unterufhausen. Das Kloster wächst rasant gen Himmel. Die Holzarbeiten an dem Rohbau gehen gut voran. Inzwischen sind Bögen und Fensteröffnungen zu erkennen und lassen erahnen, wie das fertige Projekt aussehen soll.

Der Rohbau des orthodoxen Männerklosters, das komplett aus Holz bestehen wird, soll bis Ende März fertiggestellt werden. Laut Plan ist bis dahin das etwa 16 Meter hohe Gebäude witterungsgeschützt, von außen verputzt und besitzt ein Dach. Vergangenes Jahr wurde bereits der Keller des Klosters ausgebaut. Inzwischen sind ausreichend neue finanzielle Mittel für den Rohbau vorhanden, weswegen seit letzter Woche wieder gebaut wird.

„Nicht jeder Architekt baut ein Kloster, das ist schon eine ganz besondere Aufgabe“, erklärt der verantwortliche Architekt Norman Heimbrodt aus Hünfeld. Bei diesem Projekt arbeitet er mit der Firma Herrmann Massivholzhaus aus Geisa zusammen.

Es ist ein ruhiges, souveränes Werken: „Wenn sauber und ordentlich geschafft werden kann, läuft auch alles. Es ist Millimeterarbeit“, erläutert Heimbrodt.

Im Keller entstehen Toiletten und ein Mehrzweckraum. In dem Eingangsbereich des Klosters soll auf der rechten Seite ein Ganzkörpertaufbecken entstehen und auf der linken Seite wird eine kleine Kapelle aufgebaut. In dem Hauptraum der Kirche, der Apsis, entstehen auf den Seiten Einbuchtungen für Chöre. Der Altarraum und die Ikonostase werden sich am Ende der Apsis, Richtung Osten, befinden.

Wenn der Rohbau fertig ist, soll ein Richtfest gefeiert werden. Danach wird der Aufbau des Klosters langsamer voran gehen, weil erst wieder auf neue Spenden gewartet werden muss. Denn nur mit diese finanziellen Hilfen wird das Kloster gebaut.

„Durch viele kleine Spenden kamen innerhalb eines Jahres 400 000 Euro zusammen“, berichtet Pater Justin. Der Mönch lebt mittlerweile seit dreieinhalb Jahren in Unterufhausen. Sowohl der Architekt als auch der Pater sind stolz auf ihr gemeinsames Projekt. „Ein Kloster baut man nur einmal im Leben, das ist etwas Großes, das muss dann auch gut werden“, erzählt Pater Justin froh. Im Moment wohnt er in dem Fachwerkhaus neben dem neu entstehenden Kloster. Seine Mitbrüder aus Geilnau bei Limburg ziehen auch nach Unterufhausen, sobald das Gotteshaus fertig ist. Dann sind sie drei Mönche und sechs Novizen.

Das Kloster soll keine neue Gemeinde, sondern eine Pilgerstätte werden. Diese würden dann die meisten Menschen wegen der Beichte besuchen. „Die Beichte findet als Gespräch zu dem Thema Heilung statt“, erklärt Pater Justin.

Momentan wird der Gottesdienst noch in dem ehemaligen Gasthof gefeiert, den der Mönch bezogen hat. Hierzu sind immer alle Orthodoxen eingeladen, aber auch alle anderen Interessierten. Der Gottesdienst ist sonntags ab 10 Uhr und wird jetzt in der Fastenzeit bis circa ein Uhr mittags gefeiert.

Von Julia Hess

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