Ulrika und Rolf Hurna sind leidenschaftliche Sammler und stellen im Café aus

Kleine und antike Schätze

Ulrika Hurna sammelt Schätze aus vergangenen Zeiten. Foto: Burkhardt

Buchenau. So gemütlich und urig wie in Omas Wohnzimmer ist es im Café Ritterstube in Buchenau. Und gleichzeitig weht Museumsluft durch die Räume. Denn Ulrika und Rolf Hurna haben das alte Haus mit allerlei Schmuckstücken und Nippes aus vergangenen Zeiten gefüllt. Seit zwei Jahren veranstaltet das Paar auch Ausstellungen.

„Wir haben schon immer gern gesammelt, nie gezielt, sondern immer das, was wir schön fanden“, erklärt Ulrika Hurna (63) ihr Faible für alte Sachen und fügt lachend hinzu: „Seit wir das alte Haus haben, wird es immer mehr.“ Kaffeemühlen stehen auf einem Regal, Kannen und Tassen schmücken den Raum genauso wie ein alter Ofen. Auf einem Balken liegen verzinkte Wärmflaschen. „Das Spinnrad habe ich gegen vier Autoreifen getauscht. Meine Frau wollte es unbedingt haben“, berichtet Rolf Hurna (65) schmunzelnd.

Ausstellungen im Café

Seit zwei Jahren veranstalten die Hurnas kleine Ausstellungen im Café Ritterstube. „Wir haben so viele schöne Sachen, die wir gerne zeigen wollen“, sagt die Mutter. Eierbecher und Eierwärmer hat das Paar bereits ausgestellt, genauso wie Rabattmarken, Gesangbücher, Totenbilder, Adventskalender, Skatkarten oder Modezeitschriften der 50er- und 70er-Jahre. „Die meisten Sachen kriege ich geschenkt“, sagt Ulrika Hurna und fügt hinzu: „Die Leute wissen, dass bei mir nichts wegkommt. Und im Café können sie die Sachen jederzeit anschauen.“

1998 kaufte Familie Hurna das Gebäude in der Hermann-Lietz-Straße 7, nur unweit von ihrem Wohnhaus entfernt. „Es war eine Ruine“, erklärt Rolf Hurna. Seine Frau ergänzt: „Wir hatten schon seit langem den Traum, ein altes Haus zu renovieren.“ Ein Jahr später starteten die Arbeiten.

Ein Teil des Hauses stammt vermutlich aus dem 16. Jahrhundert, der Anbau aus dem 18. Jahrhundert, denn bei den Umbauarbeiten wurde ein Balken mit der Jahreszahl 1789 gefunden.

Schätze und Erinnerungen

Zwar stand das Haus schon längere Zeit leer: Doch die Hurnas fanden ein Gebäude voller Erinnerungen. Denn während des Zweiten Weltkrieges war im Haus eine Poststelle untergebracht, bis etwa 1940 eine Tankstelle, bis 1960 ein Fahrradladen mit Werkstatt und bis 1982 ein Lebensmittelgeschäft. „Wir konnten einige alte Sachen aus dem Haus retten“, sagt Rolf Hurna. Zum Beispiel eine alte Theke, Haushaltswaren und Vogelkäfige, die die Hurnas liebevoll wieder aufbereitet haben.

Als die Renovierungsarbeiten abgeschlossen waren, eröffnete die Ritterstube. 2006 wurde das Haus mit dem Hessischen Denkmalpflege-Preis ausgezeichnet. „Der Bürgermeister hat es sogar als Juwel bezeichnet“, freut sich der 65-Jährige.

Je nach Jahreszeit wird die Deko im Café gewechselt. Viele Schmuckstücke lagern die Buchenauer auf dem Dachboden. Und von dort holt Ulrika Hurna auch die alten Bilder für die nächste Ausstellung „Heiligen- und Engelbilder“, die vom 7. bis zum 9. Dezember, jeweils ab 14 Uhr stattfinden wird.

Von Victoria Weber

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