Frauenselbsthilfe nach Krebs hilft Betroffenen

Kerzen anzünden zum Gedenken

Hauneck. 49 Kerzen zündet die Gruppe Hauneck der Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) am Donnerstag, 1. Oktober, um 17.30 in einem Gedenkgottesdienst in der Hospitalkapelle Bad Hersfeld an. Die „Aktion Lucia“ soll zum Gedenken an die 49 Frauen geschehen, die täglich in Deutschland an Brustkrebs sterben. Gleichzeitig wollen die betroffenen Frauen damit auf Mängel und Defizite aufmerksam machen, die es in der Versorgung von Brustkrebspatientinnen noch immer gibt.

Lob und Mängel

„Die medizinische Versorgung ist in Deutschland auf einem sehr hohen Niveau“, lobt die Gruppenleiterin Doris Barthel. Als Manko sieht sie jedoch, dass sich noch zu viele Patientinnen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus alleingelassen und schlecht informiert fühlen. Denn wenn Bestrahlungs- und Chemotherapie abgeschlossen seien, höre die Behandlung bei einer Brustkrebserkrankung noch lange nicht auf. Heute wird in aller Regel eine Antihormontherapie, die über 10 Jahre erfolgt, empfohlen. Hier sei eine bessere Langzeitbetreuung auch deshalb wichtig, damit die Patientinnen die Therapie nicht vorzeitig abbrechen und so ihren Behandlungserfolg gefährden.

„In unserer Gruppe versuchen wir, bestimmte Defizite unseres Gesundheitssystems auszugleichen, indem wir die Neuerkrankten auffangen, informieren und begleiten“, erläutert Doris Barthel. Neben seelischer Unterstützung bietet die Selbsthilfegruppe auch praktische Hilfe, zum Beispiel beim Umgang mit den Nebenwirkungen der verschiedenen Therapien oder beim Beantragen von sozialen Leistungen.

Die Gruppe Hauneck trifft sich einmal monatlich in Eitra. Das nächste Treffen findet am Mittwoch, 7. Oktober, um 15 Uhr statt. Betroffene, deren Angehörige und auch betroffene Männer sind willkommen. Die Treffen können unverbindlich besucht werden. (red/sar)

Weitere Informationen: Bei Doris Barthel, Telefon: 0 66 21/ 6 13 32 oder Doris Roth, Telefon: 01 57 / 39 23 72 28.

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