Haunetals Erste Beigeordnete reagiert auf Rücktrittsforderung der CDU

„Keine Zeit für Kindergarten-Gezänk“

Almuth von Campenhausen

Haunetal. Nachdem die Haunetaler CDU die Erste Beigeordnete Almuth von Campenhausen (FWG) zum Rücktritt aufgefordert hat und die CDU und FWG in der Folge ihre Fraktionsgemeinschaft aufgelöst haben, nimmt nun auch die Betroffene selbst Stellung, die bereits angekündigt hatte, im Amt bleiben zu wollen (HZ berichtete).

Aus der Zeitung erfahren

In einer persönlichen Stellungnahme teilt die Erste Beigeordnete der Gemeinde Haunetal, Almuth Gay Freifrau von Campenhausen, mit, dass sie erst durch die Veröffentlichung in der Zeitung von „Vorwürfen und Verdächtigungen“ gegen sie erfahren habe.

„Ich kann mir vorstellen, dass mancher in der CDU es besser gefunden hätte, wenn man mir das, was man glaubt, mir vorwerfen zu können, in einem persönlichen Gespräch offen mitgeteilt hätte, um die Gelegenheit zu nutzen, strittige Fragen gemeinsam zu klären“, so von Campenhausen.

„Verdreht dargestellt“

„Bis zum heutigen Tage hat es die CDU nicht für nötig befunden, mich offiziell anzusprechen. Damit setzt sie sich selbst dem Vorwurf aus, lediglich Rufmord betreiben zu wollen“, kritisiert die Erste Beigeordnete. „Dass sich dabei eine Person besonders weit nach vorn ‘Streck-t’, ist angesichts der eigenen Interessenlage zumindest nicht sehr rühmlich. Insbesondere dieser Person bin ich stets offen, vertrauensvoll und mit großem Respekt begegnet. Diese Person kennt die wirklichen Sachverhalte sehr genau und weiß, dass in der Presse veröffentlichte Behauptungen und Verdächtigungen unzureichend beziehungsweise verdreht dargestellt wurden.“

Von Campenhausen bedaure, dass „eine hoffnungsvolle, wenn auch schwierige Zusammenarbeit“ nun zum Erliegen kommen soll. Sie stehe zu dem Grundsatz: Das Amt mit seinem Auftrag rangiere vor der Person, die es wahrnimmt. „Meine Pflichten in diesem Amt habe ich immer nach bestem Wissen und Gewissen wahrgenommen. Wer nichts tut, macht keine Fehler. Zu meinen Fehlern stehe ich. Allerdings bin ich nicht bereit, kostbare Zeit mit Kindergartengezänk zu vergeuden. Wir haben in Haunetal schließlich genügend echte Probleme. Etwas Verwerfliches habe ich nicht getan“, schreibt die Erste Beigeordnete. „Ich trete deshalb auch nicht zurück.“

Unwürdiges Verhalten

Sie distanziere sich von dem „miserablen politischen Stil, wie er in der Gemeinde derzeit häufig praktiziert wird, sowie von dem menschlich unwürdigen Verhalten einzelner Personen“. Stattdessen plädiere sie für sachliches Argumentieren mit Achtung vor dem Anderen. (red/nm)

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