Großes Interesse an kostenfreier Gästeführung zu den Schlössern in Buchenau

Das Kegelspiel entdecken

Jürgen Kilimann (hinten, rote Weste) führte über 60 Gäste unter anderem zum Schloss Buchenau. Foto: Jeuthner

Buchenau. „Nie hätte ich hier so eine Ansammlung von Schlössern vermutet“, sagte Selma Rieger aus Kassel, eine der über 60 Personen, die dem Angebot der Initiative Touristische Arbeitsgemeinschaft Hessisches Kegelspiel gefolgt war und an der kostenlosen Gästeführung mit Jürgen Kilimann teilnahm.

Nach einer kurzen Einführung in die Dorfchronik Buchenaus war die erste Station das Generalshaus, das vermutlich von Georg von Buchenau und Ehefrau Susanne von Mansbach im 16. Jahrhundert erbaut wurde, so die Erläuterungen Kilimanns. Der Turm nach dem Vorbild der Wartburg wurde 1904 errichtet.

Internat und Zufluchtsort

Im Sandsteinportal ist noch das Allianzwappen der Familien von Buchenau und das der von Schenck zu Schweinsberg zu sehen. Bis ins 20. Jahrhundert wurde das Haus noch als Renterei von der Familie Schenck zu Schweinsberg genutzt. Bis 1927 wohnte hier als die letzte Adelige Sophie von Schenck zu Schweinsberg, geborene von Bielefeld.

Danach wurden die Räume des Hauses zu Klassenräumen umgebaut und dienten als Internat, das 1984 geschlossen wurde. Seitdem steht das Haus leer. Zeitweise diente das Haus Flüchtlingen aus Prag als Zufluchtsort.

Historische Kapelle

Vorbei an der Schlosshalle, am Berghaus und am alten Forsthaus begab sich die Gruppe zum von 1611 bis 1618 im Weserrenaissancestil erbauten Schloss Buchenau, das im Laufe der Zeit erweitert und umgebaut wurde und in dem heute Tagungen, Seminare, Jugendfreizeiten und Familienfeiern stattfinden. Hier sind Gästezimmer in den unterschiedlichsten Komfortstufen untergebracht. Im Zentralbau befinden sich die Küche, der große Saal und weitere Zimmer. Der Südflügel enthält die historische Kapelle.

Weiter die Hermann-Lietz-Straße hinunter befindet sich das 1572 hinter einem Wallgraben und einer doppelten Mauer erbaute Spiegel-Schloss von Eberhard von Buchenau. Direkt daneben ist der Bau des Seckendorff-Schlosses, 1578 von Conrad Hermann von Buchenau in Auftrag gegeben. Heute werden diese Gebäude als „Alte Burg“ bezeichnet, allerdings ist deren Besichtigung zurzeit nicht möglich.

Schlichter Bau

Die historische evangelische Kirche wurde um 1570 ebenfalls durch Eberhard von Buchenau erbaut. Seinerzeit als erste rein protestantische ist sie ein schlichter Saalbau mit Chorturm mit einer Turmhaube von 1820. Im Innenraum befinden sich an drei Seiten zweigeschossige Emporen, eine Orgel wurde 1787 eingebaut. Diese sollte 1993 wegen der Renovierung des Gebäudes eigentlich nur ausgelagert werden, dabei stellte man fest, dass sie nicht mehr zu verwenden war. Die neue Orgel wurde 1996 in Betrieb genommen, in Erinnerung an das Original aber mit dem Original-Barockprospekt aus dem 18. Jahrhundert versehen.

Hier endete die Führung, die Gruppe bekundete aber weiteres Interesse an den Sehenswürdigkeiten des Kegelspiels.

Von Elfriede Jeuthner

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