250 Dinge, die wir an der Region mögen (162): Moor bei Wehrda

Jungfern im Moor

Zu den besterhaltenen Mooren in Hessen gehört das Naturschutzgebiet Moor bei Wehrda. Foto: Sabo

Wehrda. Im südlichsten Bereich des Landkreises Hersfeld-Rotenburg liegt in der Marktgemeinde Haunetal das einzige Moor des Kreises. Dort tummeln sich auch allerlei Tiere. Das seit 1980 als Naturschutzgebiet „NSG Moor bei Wehrda“ ausgewiesene Gebiet ist 5,5 Hektar groß, liegt in einer Subrosionssenke, die durch Auslaugung unterirdischer Salzschichten im Zechstein entstanden ist. Dadurch sind die darüber liegenden Ton und Sandschichten des Buntsandsteins eingesunken.

Nie abgebaut

Die Torfmächtigkeit in der Mitte der Kernzone liegt bei etwa 8,30 Metern und hat einen Durchmesser von etwa 100 Metern. Da in diesem Moor noch nie Torf abgebaut wurde, zählt es zu den besterhaltenen Mooren in Hessen, zumal es zwei Moorkolke besitzt, die typisch für diesen seltenen Lebensraum sind.

Das Moor zeigt in drei verschiedenen Zonen die Moorvegetationen: Hochmoor, (Torfmoos) Übergangmoor, (Kleinseggen, Kolke) und Niedermoor (Rispenseggen).

Dieser seltene Lebensraum beinhaltet ebenso seltene Tierarten wie zum Beispiel eine hohe Zahl von 19 verschiedenen Libellen, darunter die sehr seltene Torf-Mosaikjungfer. Auch die gefährdeten Moor-Libellen, Schwarze Heidelibelle, Speer Azurjungfer und Kleine Moosjungfer konnten nachgewiesen werden.

Der Moorkern wird durch die charakteristischen Torfmoose gebildet. Auf dem Schwingrasen wachsen der Rundblättrige Sonnentau, (eine fleischfressende Pflanze, die Population des Sonnentaus dürfte dabei eine der größten in Hessen sein), die Moosbeere, das Schmalblättrige Wollgras und der Wasserschlauch.

Im etwas nährstoffreicheren Übergangsmoor wachsen unter anderem Fieberklee, Wasser-Schierling Sumpf-Blutauge, Sumpf-Sternmiere und das Breitblättrige Knabenkraut.

Brutvögel im Bereich der Moorvegetation wurden 30 Arten nachgewiesen, die zum Teil im angrenzenden Waldrand brüten. Die Bekassine, ein typischer Brutvogel der Moore, brütet im Fieberklee der Kernzone. Diese Limikole ist im Jahr 2013 zum Vogel des Jahres ausgewählt worden, da immer mehr Feuchtgrünland trocken gelegt wird.

Grasfrosch und Erdkröte

Drei Amphibienarten wurden festgestellt: Der Grasfrosch und die Erdkröte im Entwässerungsgraben und der Wasserfrosch im Moorkolk.

1994 hat die Obere Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Kassel die Erstellung eines Pflegeplans in Auftrag gegeben, der vom Planungsbüro oekon in Göttingen erarbeitet wurde. Die Pflegemaßnahmen wurden an „Hessen Forst“ und das zuständige Forstamt Burghaun übertragen. Somit ist gewährleistet, dass die Zukunft des Moores gesichert ist. (red/zac)

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