Lockruf des Geldes: Haunetaler Gemeindevertreter stehen zu Vision des Mehrgenerationenhauses

Alt und Jung doch noch vereinen

Haunetal. Das Projekt des so genannten virtuellen Mehrgenerationenhauses Haunetal schien schon gestorben zu sein (HZ berichtete), doch nun haben es die Haunetaler Gemeindevertreter reanimiert – und mit Rainer Reul von der Villa Phantasia scheint auch eine „Galionsfigur“ gefunden zu sein.

In der jüngsten Gemeindevertretersitzung stimmten die Parlamentarier mit elf zu neun Ja-Stimmen dafür, den Gemeindevorstand mit der Realisierung des Projekts und der Übernahme der bewilligten Fördermittel zu beauftragen. Diesen Antrag hatte die SPD-Fraktion gestellt. Bürgermeister Stefan Euler hatte Bedenken geäußert, dass in der Verwaltung keine Ressourcen vorhanden seien, um ein so riesiges Projekt und eine so verantwortungsvolle Aufgabe zu stemmen. Inhaltlich stehe er aber voll hinter der Idee.

„Wir wollen die zugesagten Fördermittel nicht verlieren, das Mehrgenerationenhaus ist eine Chance für die Bürger“, hatte Frank Wiegand (SPD) noch einmal für das Projekt geworben. Auch Christian Streck (CDU) steht weiterhin zu dem geplanten Haunetaler Mehrgenerationenhaus.

Die Gemeinde übernimmt nun erst einmal die Trägerschaft für das „virtuelle“ über alle Ortsteile verteilte Mehrgenerationenhaus, es soll aber möglichst bald wieder ein Verein gegründet werden, der dann die Arbeit übernimmt.

Reul will’s machen

Rainer Reul von der Villa Phantasia hat sich bereit erklärt, den Vorsitz zu übernehmen. „Diese Sache darf auf keinen Fall sterben, jetzt muss einer Flagge zeigen und dann sehen wir, wie es weitergeht“, so der Inhaber des Ferien- und Gästehauses optimistisch.

Das virtuelle Mehrgenerationenhaus soll in allen 15 Ortsteilen Jung und Alt zusammenbringen – mit den Schwerpunkten Freiwilliges Engagement, Alter und Pflege, Bildung und Integration sowie haushaltsnahe Dienstleistungen. Beteiligen sollen sich möglichst viele Bürger, aber auch Vereine oder sonstige Gruppen und Institutionen.

Das Projekt war vor einigen Wochen trotz zugesagter Fördermittel vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zunächst für gescheitert erklärt worden, da sich für den eigens gegründeten Trägerverein „Menschen helfen Menschen“ kein Vorsitzender gefunden hatte. Ein funktionsfähiger Vorstand war aber Bedingung für die finanzielle Förderung.

Die Frist war eigentlich schon am 1. April ausgelaufen. Die Initiatoren bekamen aber Aufschub gewährt, so dass das Mehrgenerationenhaus jetzt auf den letzten Drücker doch noch zu realisieren scheint.

Von Nadine Maaz

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