Gemeindefeuerwehrtag in Wehrda mit Großraumübung, Festkommers und Fahrt

Jederzeit einsatzbereit

So sitzt das richtig: Bei der Übung der Haunetaler Feuerwehren war auch die Jugendwehr mit eingebunden und half unter Atemschutz bei der Rettung der Vermissten. Natürlich gab es für die Jugendlichen besonders ausführliche Erklärungen und Unterstützung. Fotos: Jeuthner

Wehrda. „Unklare Rauchentwicklung nach Verpuffung“ lautete die Meldung, die kurz nach dem Sirenenalarm um 18.19 Uhr am Freitagabend die Einsatzkräfte der Haunetaler Wehren zur Großraumübung an die Schreinerei Stuckardt rief. Elf Arbeiter seien vermisst, sie galt es mit außenluftunabhängigem Atemschutz zu retten. Die Wasserversorgung sicherte das Ortsnetz aus drei Hydranten. An der Übung nahmen alle zehn Haunetaler Wehren mit über 70 Personen teil, ebenso die Jugendfeuerwehr, die ein eigenes Aufgabengebiet hatte.

Auto zerschnitten

Feuerwehrfahrzeuge aus über 50 Jahren waren am Samstagnachmittag zu bestaunen. Besondere Aufmerksamkeit fand die Demonstration eines Rettungsversuchs, bei dem ein Auto zerschnitten werden musste.

Der Abend mit dem Festkommers stand ganz im Zeichen des anstehenden Fußballspiels der deutschen Elf um die Europameisterschaft. Grußworte und Ehrungen wurden kurz gehalten.

Gemeindebrandinspektor Daniel Streibler verwies in seinem Vortrag auf die seiner Meinung nach recht fragwürdige Einstellung mancher Politiker, die die Bitte nach einem neuen Rettungsgerät mit den Worten „ein feuerrotes Spielmobil“ kommentierten und bemerkten, dass es doch „ohnehin nicht unsere Schuld ist, wenn einer gegen einen Baum gefahren ist.“ Als sich dann kurze Zeit später ein schwerer Unfall in der Gemarkung ereignete, bei dem sich über 60 Einsatzkräfte „die Nacht um die Ohren geschlagen haben“ so Streibler, vermutete er, dass sich eben dieser Politiker im warmen Bett befunden habe, als die Mitglieder dieser Wehr mit ansehen mussten, wie ein Mensch im Auto verstarb.

Frauen fangen Druck ab

Besonders gewürdigt wurde an diesem Abend auch der ehemalige Gemeindebrandinspektor Helmut Most, der sich bereits vor einiger Zeit aus dem aktiven Wirkungsbereich verabschiedet hatte und über viele Jahre hin die Haunetaler Freiwillige Feuerwehr geprägt hatte. Besonderer Dank galt auch dessen Ehefrau Monika, die ihn immer unterstützt habe. „Und überhaupt muss man den Frauen aller Feuerwehrkameraden einmal danken, die immer wieder einmal allein zu Hause bleiben müssen, während ihre Männer zu Einsätzen oder Übungen gerufen werden und Stunden später müde und schlecht gelaunt zurückkommen“, sagte Most. Sie seien diejenigen, die dann den Druck und die Anspannung ihrer Männer abfangen müssten.

„Wer feste arbeitet, kann auch feste feiern“ sinnierte Bürgermeister Stefan Euler in seinem Grußwort. Das fördere die Gemeinschaft und stärke den Zusammenhalt. Er habe sich davon überzeugen können, dass die Marktgemeinde Haunetal über eine kompetente und hochmotivierte Wehr verfüge und sei sich sicher, dass deren Einsatz den Beteiligten viel abverlange. Dafür dankte er und lobte darüberhinaus die ausgezeichnete Jungendarbeit, die hier geleistet werde.

Zum Abschluss dieses Gemeindefeuerwehrtages fand eine Orientierungsfahrt „der etwas anderen Art“ statt.

Von Elfriede Jeuthner

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