Der Gemischte Chor Großentaft feierte seinen 110. Geburtstag mit großem Festakt

20 Jahre älter als gedacht

Der gemischte Chor zur 110-Jahr-Feier von links oben nach rechts unten: Bettina Pfeffer, Helga Nophut, Gertrud Jost, Luise Pfeffer, Edeltraud Dehler, Helmut Brähler, Rita Breitung, Petra Werner, Hermann Veltum, Margret Brähler, Andrea Krieg, Karl Ernst Jost, Elfriede Ziegler, Willi Kohlmann, Martina Bernhard, Josef Pfeffer, Therese Münkel, Arno Breitung, Eva Kohlmann, Paul Werner, Maria Krieg, Ursula Kohlmann, Gertrud Patton, Ewald Krieg, Frank Brüning, Margret Wolf, Inge Jakob, Elvira Brähler, Walter Krieg, Marianne Jost und Margarete Ziegler. Foto: Desoi

Großentaft. Mit einem großen Festakt hat der Gesangverein Großentaft seinen 110. Geburtstag gefeiert. Der Festsaal in der Gastwirtschaft Nophut war voll besetzt. Neue Recherchen hatten ergeben, dass die Wurzeln des Chors bis mindestens 1904 reichen. Die Bestätigung dafür gab es vom Hessischen Sängerbund.

2004 feierte der Chor sein 80-jähriges Bestehen. Schon damals tauchte ein Bild in der Gastwirtschaft „Zur Linde“ auf, das einen „Männer Gesang Verein Großentaft 1904“ zeigte. Der Gastwirt Anton Nophut gab den ersten Hinweis. Schon immer fanden die Vereinstreffen in dieser Gastwirtschaft statt und das Bild hing jahrzehntelang an der Wand. Einige Mitbürger erkannten ihre Urgroßväter oder Großväter. So wie Edeltraud Dehler ihren Großvater Hermann Peter. Das Original-Foto wurde auf dem Heuboden des Anwesens von Werner Möller gefunden. Möller schenkte dem Chormitglied Irmgard Hemmerling die Aufnahme schließlich 2005 zum Geburtstag. In den vergangenen Jahren hat der Vorstand intensiv recherchiert. In den alten Protokollen des Kolping-Vereins (ehemals Gesellenverein) wurde man fündig. In Sütterlinschrift war da zu lesen von einer Gesangsabteilung. Schon 1899 gab es einen Beschluss zur „Anschaffung eines Klaviers für 400 Goldmark“. Am 27. Dezember 1903 fanden eine Weihnachtsfeier und am 20. Januar 1904 das „8. Stiftungsfest“ statt, bei dem die Gesangsabteilung auftrat. Dann kam der erste Weltkrieg und chronologische Protokolle erfolgten erst wieder 1924.

Sehr eindrucksvoll präsentierte Edeltraud Dehler die vergangenen 110 Jahre in einer Fotodokumentation. Andrea Krieg, die charmant durch den Festabend führte, kam oft auf die geschichtlichen Ereignisse zu sprechen: Im Oktober 1924 gründete der damalige Kaplan Ruppel ein Doppelquartett und gab diesem den Namen „Chörchen“. Daraus entwickelte sich im Laufe der Jahre ein beachtlicher Männerchor. Nach der Versetzung von Kaplan Ruppel lösten sich Hauptlehrer Josef Weitzel, Lehrer Alois Mohr, Schuhmacher Josef Peter, Lehrer Steinig, Hauptlehrer Schramm und Lehrer Richard Möller in der Aufgabe des Chorleiters ab. 1956 übernahm Josef Pfeffer das Amt des Dirigenten. Danach folgte Michael Jakob. Am 1. April 2004 übernahm Margaret Wolf aus Schenklengsfeld die Dirigententätigkeit. Sie hat einen modernen Chor aus den diversen Stimmen geformt.

Anhand der chronologischen Bilddokumentation waren auch viele weitere geschichtliche Faktoren zu erfahren: In der Zeit des Zweiten Weltkrieges habe die Vereinsarbeit brach gelegen. Erst 1949 haben Hermann Kommer und Monsignore Dr. Eduard Krieg die Vereinstätigkeit wieder aktiviert. Den Gemischten Chor gibt es seit 1966. Hoch-Zeiten erlebte der Verein Mitte der 70er-Jahre mit 150 Mitgliedern. 1976 bildete sich ein Jugend- und Kinderchor, der leider nicht bestehen blieb. Heute hat der Verein 37 aktive und 78 passive Mitglieder. 2013 gab es eine Strukturänderung im Vorstand. Um die Lasten des 1. Vorsitzenden auf mehrere Schultern zu verteilen gibt es drei Geschäftsführer: Paul Werner, Marianne Jost und Harald Hahn. Kassiererin ist Helga Nophut, Schriftführerin Edeltraud Dehler, Beisitzerin Maria Krieg, Chronist Frank Brüning.

Selbstverständlich wurde beim Festakt auch viel gesungen. Neben dem Gemischten Chor selbst präsentierten sich die Chorgemeinschaft Soisdorf-Treischfeld (Torsten Pirkl), Cäcilia Steinbach (Elena Töws) sowie die Trachtenkapelle Hessisches Kegelspiel Großentaft (Harald Hohmann).

Von Christa Desoi

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