Über 100 Bürger bei Versammlung zur gesplitteten Abwassergebühr in Odensachsen

Mit Infos gegen Zunder

Martin Keizl (vorn) vom mit der Gebührenkalkulation beauftragten Büro Kommunal-Consult erklärte fast 150 Haunetaler Bürgern die gesplittete Abwassergebühr, die die Gemeinde einführen will beziehungsweise muss. Foto: Maaz

Haunetal. „Ich merke schon, hier is a bissi Zunder drin“, stellte Referent Martin Keizl zu Beginn der Bürgerversammlung im Dorfgemeinschaftshaus Odensachsen fest, bei der es um die Einführung der gesplitteten Abwassergebühr in Haunetal ging. Am Ende konnte der Betriebswirt von der mit der Gebührenkalkulation beauftragten Firma Kommunal-Consult mit seinem durchaus amüsanten Vortrag aber wohl die meisten Fragen beantworten und auch einige Vorurteile ausräumen.

Fast 150 Bürger waren gekommen, um aus erster Hand zu erfahren, was mit der gesplitteten Abwassergebühr demnächst auf sie zukommt. „Wir wollen die Bürger einbeziehen“, betonte Bürgermeister Stefan Euler noch einmal, auch mit Blick auf die Ortsbegehungen, die noch 2012 stattfinden sollen (HZ berichtete).

Martin Keizl ging unter anderem auf die rechtliche Grundlage für die notwendige Einführung der gesplitteten Abwassergebühr ein und erklärte die Berechnung, die verschiedenen Arten von versiegelten Flächen, Möglichkeiten der Flächenreduzierung und den Ablauf des „Projekts“.

Gebühr wird noch ermittelt

Wobei die Bürger wohl am meisten interessierte, was das Ganze letztlich kostet. Konkrete Zahlen wurden ihnen aber noch nicht präsentiert, da die exakte Gebühr ja noch ermittelt werden muss. Fest steht nur, dass sich für ein durchschnittliches Einfamilienhaus nicht viel ändern wird und für Mehrfamilienhäuser weniger Kosten entstehen. Für Gewerbebetriebe sowie alle anderen Gebäude mit großer Fläche – wie landwirtschaftliche Höfe, von denen es in Haunetal einige gibt – wird es in Zukunft teurer.

Das Büro Kommunal-Consult saß auch bei der Gebührenumstellung in Hauneck und Schenklengsfeld schon mit im Boot. Denn neu ist die gesplittete Abwassergebühr nicht. „Erfahrungen damit gibt es in Hessen schon seit 1985“, so Keizl. Der Verwaltungsgerichtshof Kassel habe schließlich 2009 ein entsprechendes Grundsatzurteil gefällt, das einen Zusammenhang zwischen Frischwasserverbrauch und zu beseitigendem Regenwasser ausschließt (siehe Text unten). Die Kommunen seien zudem gesetzlich verpflichtet, ihre Gebühren kostendeckend zu berechnen und zu erheben – was auch in Haunetal bislang nicht der Fall gewesen sei.

Kritik übten einige Bürger an den zusätzlichen Kosten für das beauftragte externe Büro. Laut Bürgermeister Euler wäre in der Verwaltung jedoch eine neue Stelle für zwei Jahre zu schaffen, wenn die Kommune die Gebührenkalkulation und die Flächenaufnahme selbst übernehmen würde. Zudem sei ein in diesem Bereich kompetenter Mitarbeiter schwer zu finden.

Von Nadine Maaz

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