Autor Friedrich Christian Delius wurde mit dem „Silbernen Haunetaler“ geehrt

Immer wieder willkommen

Egal, ob in Bronze, Silber oder Gold: Friedrich Christian Delius (Mitte) freute sich über den „Haunetaler“, den ihm die Erste Beigeordnete Almuth von Campenhausen (rechts) und der Vorsitzende der Gemeindevertretung Dr. Axel Schreiber (links) überreichen. Fotos: Hettenhausen

Neukirchen. Ein altes Sprichwort besagt: „Der Dichter gilt nichts im eigenen Land“. Diese Worte treffen in der Marktgemeinde Haunetal nicht zu, denn hier ist man stolz auf seine ehemaligen Mitbürger, die es zu großem Ruhm gebracht haben. Deshalb wurde am Sonntagabend im Bürgerhaus „Rustikana“ in Neukirchen der „Silberne Haunetaler“ an Friedrich Christian Delius verliehen.

Der mehrfach ausgezeichnete Schriftsteller ist nicht nur in Wehrda aufgewachsen, er hat in mehreren Werken über seine Heimat geschrieben und Lokales mit einem launigen Augenzwinkern verarbeitet. Almuth von Campenhausen, die Erste Beigeordnete von Haunetal, und Dr. Axel Schreiber, Vorsitzender der Gemeindevertretung, waren die Gratulanten und Überbringer der Ehrenplakette samt Urkunde. „Wir sind sehr stolz auf Sie. Sie sind hier immer herzlich willkommen“, betonte die in Wehrda lebende von Campenhausen.

An Delius denken

Dr. Schreiber bekannte, dass er einmal pro Woche an Delius denken müsse, und zwar immer sonntags um sieben Uhr, wenn die Kirchenglocken eine Viertelstunde lang schön, aber auch sehr laut, ertönen. In dem Buch „Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde“, hatte Delius dieses heimatliche Glockengeläut erwähnt. Der „kleine“ Silberne Haunetaler könne nicht mit anderen Auszeichnungen wie dem Georg-Büchner-Preis, den Delius 2011 erhielt, mithalten, aber er sei für den Autor sicherlich etwas Besonderes, meinte Dr. Schreiber. Dies bestätigte Delius: „Mir ist es egal, ob ich den Haunetaler in Gold, Silber oder Bronze bekomme“, sagte er in Anspielung auf vorangegangene Diskussionen.

Herzlich bedankte sich der Autor bei dem Gesangverein Wehrda für dessen Darbietungen an dem Abend. In Delius’ Werken kommen die Chöre aus seiner Heimat mehrmals vor, sodass sie jetzt zum Beispiel in Brasilien bekannt seien, wo die Bücher auch erschienen sind.

Einen großen Gefallen tat der Preisträger dann seiner Zuhörerschaft mit einer Lesung aus „Die Frau, für die ich den Computer erfand“. Die Textpassagen mit den Gedanken Konrad Zuses über alte Zeiten und moderne Neuerungen sorgen immer wieder für Heiterkeit im Publikum. Delius ließ Zuse auf dem Stoppelsberg Sätze sagen wie: „Dies ist der einzige Ort der Welt, an dem es erst den Computer und dann die Kanalisation gab.“

Bekannte aus Kindertagen

Von Campenhausen sprach zu Beginn der Veranstaltung die Hoffnung aus, Delius mit dem Zusammentreffen mehrerer Personen aus seiner Kindheit eine Freude zu machen. Dieser Wunsch erfüllte sich, denn es gab so manche herzliche Begrüßung und gut gelaunte Gespräche mit Delius, der anschließend noch seine Bücher signierte.

Von Vera Hettenhausen

Kommentare