Jonathan Hohmann (19) aus Eiterfeld zieht es in die Dominikanische Republik

„Ich will etwas Gutes tun“

Viele neue Erfahrungen erwarten Jonathan Hohmann in der Dominikanischen Republik. Foto: Karl-Heinz Burkhardt

Eiterfeld. „Wir begrüßen Sie an Bord des Flugzeugs.“ Das werden wohl die letzten Worte auf deutschem Boden sein, die Jonathan Hohmann (19) aus Eiterfeld für die nächsten zwölf Monate hört.

Denn jetzt er beginnt sein Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland. Als Ziel hat er die 7700 Kilometer entfernte Dominikanische Republik gewählt. Sein neuer Heimatort heißt Salcedo, 150 Kilometer nördlich der Hauptstadt Santa Domingo gelegen. Die Stadt befindet sich nur wenige Kilometer von der Küste entfernt. „Das war wichtig für mich“, erklärt Jonathan.

Wie er auf die Idee mit dem Auslandsaufenthalt gekommen ist? „Mein Bruder war ein Jahr in Afrika. Dort habe ich ihn besucht. Danach stand für mich fest, dass ich so etwas auch machen möchte“, sagt er.

Christlicher Jugendaustausch

Jonathan wird von der Organisation ICJA–Freiwilligenaustausch weltweit, dem Internationalen Christlichen Jugendaustausch, unterstützt. Bisher hat Jonathan nur Kontakt zu anderen deutschen Jugendlichen, die zur selben Zeit in die Dominikanische Republik gehen. Seine Gastfamilie wird er erst vor Ort kennenlernen.

Seine Bewerbungsunterlagen hat er im Dezember abgeschickt. Seine Beweggründe fasst er so zusammen: „Ich will etwas Gutes tun, neue Erfahrungen sammeln und eine neue Sprache lernen. Ich verspreche mir auch mehr Selbstständigkeit.“ In der Dominikanischen Republik spricht man Spanisch. Jedoch hat Jonathan diese Sprache nur in einem Kurs der Volkshochschule kennen gelernt. „Da werde ich ins kalte Wasser springen müssen“, meint er.

Vielschichtige Vorbereitung

In einem zehntägigen Seminar lernte er, was in Deutschland normal ist, in der Domrep aber nicht geht. „Ich werde mich an die dortigen Verhältnisse anpassen müssen.“ Von Juni bis November treten dort vermehrt Wirbel- und Tropenstürme auf. Auch die medizinische Vorsorge gehört zur Vorbereitung: Jonathan ließ sich unter anderem gegen Gelbfieber und Tollwut impfen. Nach dem Erdbeben im Nachbarland Haiti 2010 breitete sich dort Cholera aus. In einzelnen Fällen tritt sie auch in der Dominikanischen Republik auf.

Während seines einjährigen Besuchs wird er in einer Schule arbeiten. „Vielleicht werde ich auch selbst unterrichten“, erklärt er. Der Aufenthalt kostet ihn 3600 Euro. Dabei wird er von einem staatlichen Förderprogramm unterstützt. „Ich möchte auch andere Jugendliche für eine solche Erfahrung begeistern“, sagt er. „Dazu werde ich einen Blog und Berichte schreiben, die vom ICJA veröffentlicht werden.“ Außerdem wird er einen Email-Verteiler einrichten.

Während seiner Urlaubszeit möchte er Jamaika oder die Bahamas bereisen. „Vielleicht besuchen mich auch meine Eltern“, erklärt er. Jonathan hat in diesem Jahr sein Abitur abgelegt.

Nach seinem Aufenthalt möchte er ein Studium beginnen. „Ich weiß nicht, was ich studieren werde. Aber ich habe noch ein Jahr Bedenkzeit“, sagt er.

Von Alexander Bock

Kommentare