Bürgermeisterwahl in Haunetal: Gerd Lang schätzt Gartenarbeit als Ausgleich

„Ich packe gerne Neues an“

Gerd Lang liest nicht nur gerne, er kann auch kein Buch wegwerfen: Der 56-Jährige aus Stärklos hat die Bürgermeisterkandidatur nicht nur mit seiner Ehefrau Hannelore, sondern auch mit seinen beiden Kindern besprochen. Foto: Maaz

Stärklos. Wer das große Bücherregal im Wohnzimmer von Gerd Lang sieht, weiß gleich, dass Lesen eines seiner Hobbys ist. Ob Kriminalroman oder Klassiker: Der 56-Jährige legt sich nicht fest, und kann auch kein altes Buch wegwerfen. Als die Ortsteilbibliothek in Stärklos aufgelöst wurde, nahm Lang einen Großteil des Bestands an sich, „und er hätte am liebsten noch mehr mitgenommen“, verrät seine 21-jährige Tochter Laura.

Gerd Lang hat schon viel gesehen und gemacht. Er war beim Bundeskriminalamt, beim Landeskriminalamt und beim Verfassungsschutz. Jetzt sucht der 56-Jährige, der aktuell das Bildungszentrum der Thüringer Polizei und den Fachbereich für öffentliche Verwaltung leitet, eine neue Herausforderung: Als parteiunabhängiger Kandidat tritt der Stärkloser bei der Bürgermeisterwahl in Haunetal an.

„Ich packe gerne neue Aufgaben an und bin ein dynamischer Mensch“, sagt Lang. Dem pflichten seine Frau Hannelore und Tochter Laura kopfnickend bei. Fitness und Gesundheit sind ihm wichtig – im Privaten wie im Beruf. „Als Polizist ist man schließlich gefordert“, so Lang, der in verschiedenen Laufgruppen aktiv ist und am liebsten auf der Straße joggt. Mit seiner Frau macht er zudem Nordic-Walking, und zwischendurch darf es auch mal etwas Krafttraining sein.

Das Elternhaus restauriert

Dabei gibt es auf dem Grundstück mit dem Fachwerkhaus der Langs eigentlich genug zu tun: Rasen mähen, Büsche schneiden, Holz hacken. „Das ist ein guter Ausgleich zur Schreibtischarbeit“, findet Lang. Gemeinsam mit seiner Frau, die er schon von diversen Schneeballschlachten aus der Kindheit kennt und mit der er seit 37 Jahren verheiratet ist, hat er das Geburtshaus seiner Mutter restauriert und erweitert.

Kommunalpolitisch ist Lang bisher nicht aktiv gewesen. „Mich hat immer interessiert, was in meiner Heimatgemeinde passiert, aber für Ehrenämter hatte ich nie die Zeit“, erklärt Lang, der als Pendler in der Regel um 5 Uhr das Haus verlässt und um 20 Uhr zurückkommt. „Rein zeitlich würde sich wohl nicht viel ändern“, spielt Lang auf das ausfüllende Bürgermeisteramt an.

Für die Entscheidung, bei der Wahl anzutreten, sei die zuletzt negative Entwicklung der Gemeinde ausschlaggebend gewesen. Wobei es keine Entscheidung gegen die Polizei sei, sondern eine für die Gemeinde. „Ich möchte mich nützlich machen und auch als Polizist hat man ja das Gemeinwohl im Blick“, so Lang. Besprochen wurde das Thema natürlich im Familienrat – wie alle beruflichen Entscheidungen, die Lang in der Vergangenheit getroffen hat. Seinen Wohnsitz in Haunetal hat der 56-Jährige trotz wechselnder Dienstorte nie aufgegeben.

Bei aller Dynamik ist Lang das Vertraute offenbar ebenso lieb; alte Bücher kommen schließlich auch nicht weg.

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Von Nadine Maaz

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