Dem Verwaltungsgericht Kassel liegt ein Eilantrag vor – Erörterungstermin geplant

IBR-Bau beschäftigt Justiz

Das Familienunternehmen IBR Messtechnik baut in Rhina ein neues, repräsentatives Firmengebäude. Dem Verwaltungsgericht Kassel liegt jedoch der Eilantrag eines in der Nähe wohnenden Bürgers vor, mit dem ein Baustopp erreicht werden soll. Foto: Maaz

Rhina. Der Neubau des Rhinaer Familienunternehmens IBR Messtechnik beschäftigt das Verwaltungsgericht Kassel. Ein in der Nähe wohnender Bürger hat dort bereits am 25. Oktober einen Eilantrag gestellt, mit dem Ziel einen Baustopp zu erwirken. Antragsgegner ist der Landkreis Hersfeld-Rotenburg als zuständige Genehmigungsbehörde. IBR selbst ist in dem Verfahren „nur“ sogenannte Beigeladene.

Firmeninhaber Robert Rohrbach lässt in der Nähe der bestehenden Räumlichkeiten an der Kirchstraße 20 einen zweistöckigen Neubau mit knapp 1300 Quadratmetern Nutzfläche, Klinkerfassade, Parkplatz und mehr Platz für Büro-, Mess-, Sozial- und Schulungsräume als bisher errichten (HZ berichtete bereits). Derzeit beschäftigt IBR 25 Mitarbeiter. Die weltweit ansässigen, internationalen Kunden des Ingenieurbüros kommen zum Beispiel aus der Automobil- und der Flugzeugindustrie.

Mit den Bauarbeiten war Ende Juli begonnen worden, einige Nachbarn hatten sich daraufhin besorgt und verärgert gezeigt. Sie wollen gleich mehrere Verstöße ausgemacht haben, außerdem fürchten sie beispielsweise Schlammlawinen durch aufgehäufte Erdhügel. Weil sie sich von der Presse zuletzt falsch dargestellt fühlten, wollten sie sich gestern allerdings nicht öffentlich äußern.

Falsche Bekanntmachung?

Am 5. November hatte sich eigentlich auch der Anhörungsausschuss des Kreises mit dem Thema befassen sollen (wir berichteten ebenfalls), wegen des Antrags beim Verwaltungsgericht ist dieser Termin aber vorerst ausgesetzt worden. Beim Kreis geht man auch weiterhin davon aus, dass alles seine Richtigkeit hat. Eine Stellungnahme bei Gericht hat der Kreis am 3. November eingereicht. „Wir sind der Auffassung, dass die Genehmigung gültig ist“, so Pressesprecher Michael Adam.

In dem Eilantrag geht es laut Robert Rohrbach im Wesentlichen um vier Punkte: die Gefahr durch Erdhügel, mögliche Belastungen der Umwelt, eine Überschreitung der zulässigen Grundflächenzahl sowie die Bekanntmachung des Bebauungsplans von Seiten der Gemeinde im kostenpflichtigen „Haunetal Kurier“. Den ersten drei Punkten widerspricht Rohrbach entschieden, was die amtliche Bekanntmachung betrifft, könne er sich nur auf die Verwaltung verlassen. Bei der Gemeinde Haunetal würden die strittigen Punkte derzeit eruiert. „Wir sind dran“, so Frank Schott vom Bauamt.

Für Robert Rohrbach kam der Gegenwind rund vier Jahre nach Beginn der Planungen überraschend. „Anfangs gab es keinerlei Bedenken“, so der Elektroingenieur und gebürtige Rhinaer, der sein Unternehmen vor 32 Jahren gegründet hat. Bereits 2007 sei die notwendige Änderung des Bebauungsplans eingeleitet worden, nachdem Rohrbach zunächst überlegt hatte, ein Gebäude in Bad Hersfeld zu kaufen. Auf Grundlage des Bebauungsplans habe der Architekt schließlich die ersten Zeichnungen angefertigt.

Direkte Anwohner des Neubaus sind nur die Rohrbachs selbst, beziehungsweise die Söhne von Robert Rohrbach. Dieser schließt überdies nicht aus, dass hinter der Kritik eine ältere Fehde um Kosten für die Kanalisation steckt.

Die zuständige Richterin am Verwaltungsgericht will laut Pressesprecher Hardy Siedler für die kommenden Wochen einen Erörterungstermin vereinbaren. Für alle Beteiligten heißt es also erstmal abwarten, wie die Justiz entscheidet. Die Bauarbeiten laufen derzeit weiter wie bisher. Die Fertigstellung ist für August 2014 geplant.

Von Nadine Maaz

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