Orgelschüler gestalteten Konzert als vorletzte Station der Orgeltage im Kegelspiel

Der Holzwurm zieht aus

Überzeugten in Neukirchen: Die Studierenden der Orgelklasse von Matthias Steinmacher (von links) vorn Constantin Wächter, Steffen Link, Maximilian Happ, Daniela Röll-Diegelmann. In der zweiten Reihe Antonie Müller und Matthias Steinmacher, hinten (von links) Johannes Heil, David Dechant und Dennis Risse. Oben eingeblendet, weil er schon früher gehen musste, Jonas Fischer. Foto: Jeuthner

Neukirchen. Es war die vorletzte Station der siebenten Orgeltage im hessischen Kegelspiel und ein weiteres Musikerlebnis der besonderen Art.

Der freischaffende Organist und Musikpädagoge Matthias Steinmacher hatte geistliche Sonntagsmusik mit in die Evangelische Kirche von Neukirchen gebracht, die die Studierenden seiner Orgelklasse meisterhaft spielten. Jonas Fischer, zweiter Gewinner des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“, intonierte zu Beginn beeindruckend „Präludium und Fuge a-moll“ von Johannes Brahms, daran anschließend aus der „Kantate Nr. 147“ von Johann Sebastian Bach „Wohl mir, dass ich Jesum habe“, stimmgewaltig begleitet von der Sopranistin Daniela Röll-Diegelmann.

Leicht und fröhlich

Leicht und fröhlich anzuhören war Felix Mendelssons „Präludium c-moll, hier gekonnt von Antonie Müller vorgestellt und die „Fuge G-Dur“, die David Dechant eindrucksvoll interpretierte. Weihnachtlich wurde es mit Olivier Messiaens „die Hirten“ aus dem Zyklus „Die Geburt des Herrn“, ebenfalls von Dechant vorgetragen. Steinmacher empfahl den aufmerksamen Zuhörern, die Augen zu schließen und sich auf die Musik einzulassen. Man könne die Schafe auf dem Feld grasen hören, man sehe die Sterne und höre die Nachtigall, und schließlich die fröhlichen Hirten auf dem Heimweg. Mit Constantin Wächter an der Orgel wurden die Besucher aufgefordert, am Geschehen teilzunehmen und den Choral „Die güldene Sonne“ mitzusingen. Es folgten weitere Stücke Johann Sebastian Bachs, und zum Abschluss war Steffen Link mit Max Regers Fuge über den Choral „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ zu hören.

Pfarrer Thomas Funk, der es sich nicht hatte nehmen lassen, die Gäste des Orgelkonzertes in „seiner“ Kirche zu begrüßen, brachte die Zuhörer zum Schmunzeln mit seiner Anekdote vom Holzwurm, der sich in einer Orgel niedergelassen hatte, dabei aber wohl recht geräuschempfindlich war, sodass er alsbald freiwillig verschwand. Pfarrer Funk wies auf die Besonderheit dieser historischen Wagner-Orgel aus dem Jahr 1868 hin, sie habe neben ihren Orgelregistern noch ein eingebautes Harmonium. Das nutzte Antonie Müller dann auch für ihre gelungene Umsetzung des „Offertoire– Sortie“ aus „Heures Mystiques“ von Léon Boëllmann, leicht und fast elegant anzuhören.

Geballtes Können

Gemeinsam mit Maximilian Happ, Steffen Link, Johannes Heil und Dennis Risse boten diese Musiker und Musikerinnen den Zuhörern die Gelegenheit, geballtes Können an der Orgel hautnah zu erleben.

Von Elfriede Jeuthner

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