Marktgemeinde in schwieriger Situation

SPD hofft auf Eulers Rückkehr

Bürgermeister Euler: Seit August wieder im Krankenstand.

Haunetal. Die Haunetaler SPD betrachtet die momentane Situation in der Marktgemeinde mit Sorge, sagt der Fraktionsvorsitzende Frank Neuber. „Grundsätzlich gehen wir aber davon aus, dass der Bürgermeister krank ist und wiederkommt“, so Neuber. „Es ist auch unser Wunsch, dass er wiederkommt.“

Große Projekte

Unglücklich und schwierig sei die Situation vor allem deshalb, weil in Haunetal einige große Projekte liefen, die nicht vorankämen – etwa die Einführung der gesplitteten Abwassergebühr, aber auch offene Anfragen von Bürgern stehen laut Neuber aus. „Das ist eine schwierige Gemengelage“, so Neuber, der 2011 als Bürgermeisterkandidat gegen Stefan Euler angetreten war. Die SPD ist nach dem Auseinanderbrechen der CDU-FWG-Fraktionsgemeinschaft im Februar dieses Jahres stärkste Fraktion in der Gemeindevertretung. Dass es in der Gemeindeverwaltung mehr als genug zu tun und aufzuarbeiten gibt, hatte sich auch in der jüngsten Gemeindevertretersitzung gezeigt. Die Mitarbeiter der Verwaltung hatten einen schriftlichen Hilferuf verfasst und damit den Wunsch des Gemeindevorstands nach einer weiteren Vollzeitstelle unterstützt – den die Gemeindevertreter allerdings vorerst zurückstellten.

Viel zu tun hat als ehrenamtliche Stellvertreterin Eulers derzeit auch die Erste Beigeordnete Almuth Freifrau von Campenhausen, die ebenfalls auf die ohnehin schwierige Situation der Gemeinde verweist. „Ich wünsche dem Bürgermeister alles Beste und eine schnelle Genesung“, so von Campenhausen. Euler habe immer hart gearbeitet, es mangele aber an Unterstützung aus der Gemeinde. Sie sieht die jetzige Situation auch als Chance, dass sich einige Dinge in der Gemeinde ändern.

Unter einem langzeiterkrankten Bürgermeister leidet auch die Gemeinde Wildeck. Deren Gemeindechef Jürgen Grau ist seit einem Jahr krank geschrieben, die Gemeinde will ihn für dienstunfähig erklären und in den Ruhestand versetzen. Grundsätzlich ist ein Beamter laut der Kommunalaufsicht dienstunfähig, wenn er infolge einer Erkrankung innerhalb eines halben Jahres mehr als drei Monate keinen Dienst getan hat und auch keine Aussicht besteht, dass er innerhalb weiterer sechs Monate wieder voll dienstfähig ist.

So weit ist es im Haunetal freilich nicht. (nm)

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