Theatergruppe Oberstoppel in diesem Jahr mit „Nie mehr Prinzessin“ in der Ruine

Hinreißend frech

Mit dem Stück „Nie mehr Prinzessin“ brachte die Theatergruppe Oberstoppel das Publikum im Burghof zum Lachen – auf dem Foto sind Dagmar Hubenthal als Königin Ottilie und Christoph Funk als König Konstantino zu sehen. Foto: Jeuthner

Oberstoppel. „Wenn Unsinn eine olympische Disziplin wäre, wären wir Olympiasieger!“ Page Gerwin am Hofe Ihrer Majestäten König Konstantino und Königin Ottilie brachte es damit auf den Punkt. Und sie müssten auch immer ein bisschen verrückt sein, die „Unsinns-Spezialisten“, das sei Voraussetzung.

Das war es dann auch, was die Theatergruppe Oberstoppel hinreißend frech, textsicher, locker und häufig unterbrochen von Szenenapplaus auf die Bühne brachte. Sie startete mit der Komödie für junge Leute „Nie mehr Prinzessin“ von Dieter Bauer einen heftigen Angriff auf die Lachmuskulatur der Zuschauer im vollbesetzten Burghof und schilderten sehr eindringlich, was passiert, wenn zwei die Rollen tauschen.

Prinzessin hasst Mathe

Prinzessin Virginia hasst Mathematik und ist deshalb ständig auf der Flucht vor ihrem Mathematik-Lehrer Dr. Brumm. Einmal nur möchte sie ein ganz „normales“ Mädchen sein und schlüpft mit Hilfe ihrer Zofe Walli und Page Gerwin in die Rolle des Schmutzfinken-Mädchens Angelina, Gerwins Schwester. Die ist im Gegensatz zur Prinzessin ein Mathe-Ass, klettert aber lieber auf Bäume und verhaut mit Vorliebe Jungens. Trotzdem lässt sie sich auf den Rollentausch ein.

Dramatischer Konflikt

Zum dramatischen Konflikt kommt es dann, als der zukünftige Ehemann der Prinzessin, Prinz Dragan von Dalmatien, mit seiner tyrannischen Mutter Königin Liljana anreist, und Angelina ihn sofort ihre absolute Abneigung spüren lässt. Virginia hingegen – die wirkliche Prinzessin – ist sofort hingerissen und stößt damit beim Prinzen auf absolute Gegenliebe.

Ein König, der seine Krone verzockt hat und am besten regiert, wenn er schnarcht; eine (umwerfende) Königin, die ihren königlichen Gemahl einen Idioten nennt; ein Lehrer, der erstaunt ist über die plötzliche Hinwendung seiner Schülerin zur Mathematik und darin ein untrügliches Zeichen für das Aufkeimen von Verstand sieht; ein Mädchen, das ein Kleid im Allgemeinen und das Gewand der Prinzessin im Besonderen als die höchste Stufe der Freiheitsberaubung ansieht; Page Gerwin, der von seiner Oma wusste, dass man aus rohen Eiern sinnvollerweise keinen Eiersalat macht und eine überforderte zauberhafte Gouvernante – das alles strapazierte die Zwerchfelle der Besucher aufs Äußerste und lies so manche Lachträne kullern.

Sogar das Wetter spielte mit und verwöhnte die Gäste und Akteure mit angenehmen Temperaturen.

Im Vorprogramm hatte Frank Lehr von der Fürstabtlichen Ritterschaft Fulda eine Kostprobe seines Könnens zum Besten gegeben und beeindruckte mit seiner Feuershow das Publikum. Von Nachahmung sei allerdings abzuraten…

Von Elfriede Jeuthner

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