Wehrdaer Chöre begeisterten mit mitreißenden Liedern – Ploatz im Handumdrehen ausverkauft

Den Mai herbeigesungen

Der Kinderchor bei seinem Auftritt vor dem Dorfgemeinschaftshaus in Wehrda. Fotos: Apel

Haunetal. Der Mai ist gekommen, die Sänger schwärmen aus. Auf jeden Fall rund um Wehrda, wo der örtliche Gesangverein den Wonnemonat einer guten Tradition folgend musikalisch willkommen heißt.

Nach Auftritten in Stärklos, Wetzlos und Schletzenrod versammeln sich die 25 Sänger des Männergesangvereins und fast genauso viele Jungen und Mädchen des Kinderchors Wehrda in Rhina oberhalb des Gasthauses Rohrbach. Die Tore der alten Scheune sind geöffnet, Bratwurstduft liegt in der Luft, und alle sind gespannt, mit welchem Lied der erstmals beim Maisingen auftretende Kinderchor beginnt. „Draußen ist es wieder Frühling“, erschallt es, und man merkt es den von Elena Töws angeleiteten Kindern an, dass sie mit Feuereifer bei der Sache sind. Dann heißt es „Hut ab!“, und schließlich begeistert der Sängernachwuchs Eltern, Omas, Opas und alle anderen Zuhörer mit der „Jahresuhr“ von Rolf Zuckowski.

Hans Matthaei, der Vorsitzende des MGV, begrüßt die Festgesellschaft und stimmt sie ein auf maritime und von russischem Temperament geprägte Weisen. Dann sprechen die Sänger mit dem „Bajazzo“ das Herz an und nach „Von Herz zu Herz“ wird es Zeit, sich nach Wehrda aufzumachen. Markus und Marion Göller haben die Liedvorträge sehr gut gefallen: „Das Maisingen ist ein schöner Start für unser Fest, und das Fest ist wichtig für den Zusammenhalt in unserem Dorf.“ Ähnlich sieht es Ernst Eidam: „Es ist aller Ehren wert, dass die Wehrdaer Sänger zu uns nach Rhina kommen.“

In Wehrda herrscht schon gespannte Aufmerksamkeit, als der Kinderchor wenig später vor dem Dorfgemeinschaftshaus Aufstellung nimmt und loslegt. Auch hier lassen die Jungen und Mädchen den Frühling hochleben, anfangs noch ein bisschen leise, dann aber – von der Chorleiterin, ihrer Ziehharmonika und ihrer mitreißenden Art gezogen – immer lauter. „Verbeugung“, ruft die Dirigentin, und „Supi!“ Es folgt das Lied vom „Gummibär“ und das von den kleinen Europäern, die sich immer näher rücken und einander die Hand reichen. Riesenapplaus. Elisabeth Billing ist begeistert: „Einfach toll, wie weit Frau Töws die Kinder schon gebracht hat.“

Dann sind noch einmal die gestandenen Sänger des MGV dran. Unter den „ausschlagenden“ Bäumen intonieren sie das Hessenlied und ihr Boss ruft der Fan- und Festgemeinde zu: „Wir sind jetzt richtig gut in Form, wenn ihr wollt, können wir noch stundenlang weitersingen!“ Aber sie belassen es bei der Aufforderung, den Tag zu genießen, singen von Sonnenschein und goldenem Wein, und animieren schließlich dazu, sich an Kartoffel- und Zwiebel-Ploatz zu laben. Das ist leichter gesagt als getan, denn die 22 Bleche, die die Sängerfrauen anbieten, sind um 12.30 Uhr längst ausverkauft. Gut, dass die zehn guten Seelen noch 24 Kuchen und Torten gebacken haben. Alle sind zufrieden, und Johannes von Campenhausen bringt es auf den Punkt: „Das Maisingen ist immer wieder schön. Unsere Männer, aber auch unsere Kinder, sind wirklich gut!“

Von Wilfried Apel

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