Unterstützung von Verbänden

Neue Fußballtalente für die SG Haunetal: Flüchtlinge trainieren mit 

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Freuen sich über die sportliche und finanzielle Unterstützung für die SG Haunetal: Johann Hoppe, Erhard Zink (Kreisfußballwart Hessischer Fußballverband) und Marius Tegl (von links).

Haunetal. Fußballspielen verbindet: Seit Ende Oktober nehmen drei Flüchtlinge aus einer Unterkunft in Bad Hersfeld am Fußballtraining der SG Haunetal teil, der Spielgemeinschaft aus dem FC Wehrda und dem FC 09 Neukrichen.

Die jungen Männer stammen aus Syrien und dem Irak. Weitere Jugendliche aus einer Unterkunft in Oberstoppel haben ebenfalls schon beim Training reingeschnuppert, teilt der Vorsitzende des FC Neukrichen, Andreas Kimpel, mit.

Zu verdanken hat die SG den Zuwachs an fußballerischem Talent der privaten Initiative von Joshua Steinberg. Dieser habe aus eigenem Engagement heraus, Flüchtlingen in Hersfeld sportliche Aktivitäten wie Klettern und Fussball angeboten und ihnen vorgeschlagen, einfach mal beim Training im Haunetal vorbeizuschauen.

Da Haunetal nicht gerade „um die Ecke“ ist, musste zunächst die An- und Abreise sichergestellt werden. Nun fahren die drei Neuen im Team meist mit der Bahn. Für den Weg vom Bahnhof zum Sportplatz nach Wehrda oder Neukirchen haben sich schnell Leute gefunden, die Fahrgemeinschaften anboten.

Auch die Versorgung mit der nötigsten sportlichen Ausrüstung hat per „Spendenaufruf“ innerhalb der Mannschaft hat schnell funktioniert. Im November wurde der FC 09 Neukirchen schließlich auf ein Förderprogramm der Egidius-Braun-Stiftung und der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration aufmerksam, das den Namen „1:0 für ein Willkommen“ trägt. Dort können Vereine, die sich für die Integration von Flüchtlingen einsetzen, eine Soforthilfe in Höhe von 500 Euro beantragen. Dem FC 09 Neukrichen wurde das Geld inzwischen unbürokratisch bewilligt und durch Erhard Zink übergeben. Nun soll das Geld dazu eingesetzt werden, den Flüchtlingen weiterhin die Freizeitbeschäftigung Fußball zu ermöglichen. Geplant ist, die 500 Euro für Ausrüstungsgegenstände, Fahrdienste und Zugtickets zu verwenden. Auch der Landessportbund und der Hessische Fußballverband greifen den Vereinen unter die Arme. So sind Vereinsmitglieder, die sich für Flüchtlinge einsetzen, zum Beispiel mit Fahrdiensten, über den Landessportbund versichert. Der Hessische Fußballverbund ermöglicht einen reibungslosen Ablauf bei Passanträgen, denn vollständige Dokumente sind bei Flüchtlingen eher selten. Auch die bei der SG Haunetal trainierenden Flüchtlinge, die schon an Gemeinschaftsveranstaltungen teilnehmen, werden nach der Winterpause in den Spielbetrieb einsteigen können, freut sich der Verein. (red/nm)

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