In der Gemeinde scheint es relativ harmonisch weiterzugehen

Wahlprüfsteine Hauneck: Großprojekt Unterführung

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Noch heißt es am beschrankten Bahnübergang in Unterhaun stillgestanden. Auch die Brücke ist marode. Eine Unterführung soll die Lösung sein.

Hauneck. Am 6. März sind Kommunalwahlen. Bis dahin stellt die HZ für alle Gemeinden Wahlprüfsteine auf und erklärt, wie Parteien und Gruppierungen die wichtigsten Themen vor Ort anpacken wollen. So harmonisch wie in der Haunecker Gemeindevertretung geht es nicht in vielen Kommunen zu.

Kontrovers diskutiert wurde in der vergangenen Legislaturperiode – zumindest öffentlich –nur selten, die meisten Entscheidungen fielen einstimmig. Das liegt zum einen daran, dass alle Themen vorab fraktionsübergreifend beraten werden. Und zum anderen am guten Miteinander. Die Zeichen stehen gut, dass es auch nach der Wahl so weitergeht.

Ein echtes Großprojekt: Wie stehen die Fraktionen zur gewünschten Bahnunterführung in Unterhaun? 

Für eine Unterführung des Bahnübergangs setzt sich Bürgermeister Harald Preßmann schon seit längerem ein. Zumal auch die dortige Brücke in die Jahre gekommen ist. Die Gemeinde würde das gemeinschaftliche Bauprojekt voraussichtlich rund eine Million Euro kosten. „Das muss gut überlegt werden und wäre eine große Belastung“, sagt CDU-Spitzenkandidat Rolf Döring mit Blick auf die Kosten. Insgesamt sei die Unterführung sicher sinnvoll, für Oberhaun könnte sie allerdings auch Nachteile haben, merkt Döring an. Auch für Timo Käsmann sind die Kosten und Zuschüsse Grundlage für eine Entscheidung. „Am Bahnübergang besteht großer Handlungsbedarf, aber das ist natürlich ein großes Projekt“, wägt der FWG-Spitzenkandidat ab. „Da müssen wir uns fragen, ob wir das schaffen.“

Gudrun Strube, die die Liste der SPD anführt, steht dem Projekt grundsätzlich positiv gegenüber. „So könnte ein Dauerproblem für Anwohner und Verkehrsteilnehmer beseitigt werden, insbesondere wären die Rettungswege schneller zugänglich und der Hochwasserschutz würde erheblich verbessert.“ Allerdings könne die Maßnahme nur gestemmt werden, wenn sich auch das Land am kommunalen Anteil beteilige. Leicht machen werden es sich die Gemeindevertreter somit wohl nicht, unrealistisch scheint die Umsetzung des Projekts aber nicht.

Mit der Fertigstellung der Ortsumgehung soll der Rewe-Markt von Unterhaun nach Rotensee verlegt werden. Was halten die Kandidaten von diesen Plänen? 

Mit der Verlegung der Bundesstraße – die nach Planungsfehlern nun im Jahr 2017 komplett freigegeben werden soll – soll auch der an der bestehenden B 27 gelegene einzige große Supermarkt der Gemeinde umziehen. Timo Käsmann steht der Verlegung grundsätzlich positiv gegenüber, denn es gelte, Rewe in Hauneck zu halten. Möglicherweise seien dann auch weitere Neuansiedlungen bei Rotensee möglich. Gudrun Strube sieht das ähnlich. Von der Umgehung würden viele Bürger profitieren, wenngleich nicht alle Wünsche berücksichtigt worden seien. Die Umsiedlung des Rewe-Marktes unterstütze man ausdrücklich, da „wir in Hauneck einen Vollsortimenter benötigen und wir den Markt im Gemeindegebiet halten wollen“.

Rolf Döring ist in der Frage, ob die Verlegung des Rewe sinnvoll ist, noch unentschlossen. Denn zum einen sei die Pächterfrage noch nicht geklärt und zum anderen stelle sich die Frage, was mit dem bisherigen Markt geschehen soll.

Auch in Hauneck sind zuletzt Steuern und Gebühren erhöht werden. Müssen sich die Bürger auf weitere Belastungen einstellen? 

„Wir stehen mit einem ausgeglichenen Haushalt erstmal gut da“, sagt Rölf Döring. Weitere Erhöhungen seien deshalb zumindest kurzfristig nicht nötig. Timo Käsmann sieht momentan ebenfalls keinen Einlass für Änderungen – weder nach oben, noch nach unten. Vorausgesetzt, es werde weiter sparsam gehaushaltet. Trotz der „moderaten“ Anpassungen liege man kreisweit im hinteren Bereich, betont Gudrun Strube – und dabei solle es möglichst bleiben.

Die Seniorenarbeit wird in Hauneck groß geschrieben. Was muss die Gemeinde der Jugend und Familien bieten? 

Mit Blick auch auf die neue Sportanlage in Hauneck sieht Rolf Döring ganz grundsätzlich genügend Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Kritisch betrachtet der CDU-Kandidat jedoch die vielen Dorfgemeinschaftshäuser, die nicht alle gleich gut genutzt würden, aber die Gemeinde viel Geld kosten. „Das ist allerdings eine schwierige Sache“, so Döring. Denn verkaufen ließen sich die Häuser wohl auch nur schlecht.

Die gute Seniorenarbeit fortsetzen möchte Timo Käsmann. Mit der Sanierung und Erweiterung des Kindergartens haben man zudem bereits gut investiert, um Familien langfristig anzusiedeln. „Aber Bedarf ist wahrscheinlich immer da“, so Käsmann mit Blick auf die unterschiedlichen Ansprüche von Jung und Alt.

Auch für Gudrun Strube hat sich bei der Familien- und Jugendarbeit viel getan. Als Beispiele nennt sie die Kindertagesstätte, die Ferienspiele und die Unterstützung von Vereinen. Nun gelte es, auch in Zukunft in diesem Bereich aktiv zu bleiben.

SPD, CDU und FWG treten in Hauneck an

Im Haunecker Gemeindeparlament wird sich vermutlich nicht allzu viel ändern: Erneut treten die SPD, die CDU und die FWG mit ihren Kandidaten an. Dabei finden sich auf den Listen zahlreiche bekannte Namen, sprich: Kandidaten, die auch der letzten Vertretung oder dem Gemeindevorstand angehörten. Spitzenkandidat der CDU ist Rolf Döring, Versicherungskaufmann (1953 geboren). Auf Platz 1 der SPD – die mit Abstand die längste Liste hat und bisher die stärkste Fraktion war – steht Gudrun Strube, Verwaltungsangestellte (geboren 1954). Die FWG-Liste wird von einem Neuen angeführt: Timo Käsmann ist Verwaltungsangestellter (1974 geboren). Er arbeitet beim Landkreis, kommt aus Eiterfeld, lebt seit vier Jahren in Hauneck und möchte sich nun erstmals kommunalpolitisch engagieren. Jüngste Kandidatin bei der Wahl für die Gemeindevertretung Hauneck ist die 1981 geborene Nadja Reining, die auf Platz 5 der CDU steht. Der älteste Kandidat ist der 1931 geborene Walter Bolender, der aber nur an 25. Stelle der SPD-Liste steht. Wie in vielen Kommunen überwiegt auch in Hauneck der Anteil der männlichen Kandidaten deutlich. Von 23 auf 19 Sitze verkleinert wurde das Parlament bereits vor der letzten Kommunalwahl. (nm)

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