Susanne Vollmer möchte mit Erzählfiguren den Menschen die Bibel nahebringen

Gottes Wort begreifen

Abwehr, Verzweiflung, Bewegung, Freude: Die biblischen Erzählfiguren, die Susanne Vollmer aus Eiterfeld-Leimbach anfertigt, haben zwar keine Gesichter, können aber dennoch verschiedene Gefühle und Haltungen darstellen. Fotos: Maaz

Leimbach. Sie haben keine Gesichter, trotzdem drücken sie Freude oder Verzweiflung aus, Abwehr oder Bewegung. Sie stellen Maria und Josef, Moses, Engel oder Hirten dar. Susanne Vollmer aus Eiterfeld-Leimbach stellt seit acht Jahren biblische Erzählfiguren nach Doris Egli her, und das ist für sie nicht einfach ein Hobby. Vielmehr möchte sie so das Wort Gottes verkünden und den Menschen die Bibel näherbringen. „Das Religiöse spielt eine große Rolle, außerdem tut diese Arbeit der Seele gut“, sagt sie.

„Die Figuren können Bibelstellen begreifbar machen“, erklärt die 46-jährige Leimbacherin ihre „Herzenssache“. Man könne die Figuren anfassen, bewegen und verändern. Eingesetzt werden sie in der Arbeit mit Kindern, aber auch oder gerade Erwachsene würden durch die Figuren einen ganz eigenen Zugang zu biblischen Geschichten bekommen. Angefangen hat alles vor acht Jahren, als Vollmer auf die Figuren aufmerksam wurde und sich für einen Kurs anmeldete. Fortan besuchte sie regelmäßig solche Workshops, und seit einem Jahr ist sie selbst Kursleiterin. Aus reiner Freude an der Gemeinschaft und der Beschäftigung mit dem Glauben. „Geld verdienen kann man damit nicht“, sagt die gläubige Christin, die in der katholischen Pfarrgemeinde Eiterfeld engagiert ist.

Ihr Glaube und ihre Beziehung zu Gott haben sich verändert, seitdem sie sich mit den Erzählfiguren beschäftige, sagt Vollmer. Denn bei der Herstellung der Figuren geht es eben nicht nur um das rein Handwerkliche, sondern auch um das Verstehen und Interpretieren der dazugehörigen Bibelstellen. Darüber hinaus habe sie viel Hintergrundwissen zur damaligen Zeit und zur Kultur gesammelt. Zum Beispiel waren Stoffe unifarben oder gestreift, Blumenmuster oder ähnliches gab es nicht. Das spiegelt sich in den Gewändern der Erzählfiguren wider.

60 Puppen hat Vollmer schon angefertigt, viele sind im Haus der Familie ausgestellt, ein Großteil aber muss in Kisten ausharren. Das Grundgerüst besteht aus Bleifüßen, Sisaldraht, aufsteckbaren Händen, einem Bauch zum Ausstopfen und dem Kopf, der aus einem Styrodurblock geformt und geschmirgelt wird. Die Haare in verschiedenen Ausführungen von kurz bis lang, hell bis dunkel, bestehen aus Schaf- oder Ziegenfell. Auch die Kleidung und das Zubehör wird größtenteils selbst hergestellt. Zangen, Messer, Kleber und „im Extremfall auch mal ein Hammer“ kommen beim Basteln zum Einsatz. Sieben verschiedene Grundfiguren vom Baby bis hin zum Erwachsenen gibt es.

Eine Jahreskrippe mit Vollmers Figuren ist auch im neuen Pfarrzentrum in Eiterfeld zu sehen, für den Weltgebetstag der Frauen im März hat die Leimbacherin die Samariterin am Brunnen in Szene gesetzt.

Von Nadine Maaz

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