An der St.-Georg-Kirche schreitet die Sanierung der Fassade und des Turms voran

Die Glocken schweigen

Der Turm der St.-Georg-Kirche wurde für die Sanierungsarbeiten eingerüstet. Wer ganz genau hinguckt, entdeckt auf der Spitze der Konstruktion eine Deutschlandfahne. Foto: Tanja Herko

Eiterfeld. Ein beeindruckendes Bild bietet sich den Eiterfeldern derzeit in ihrer Ortsmitte. Die Dachkonstruktion des Turms der Sankt-Georg-Kirche ist komplett abgebaut worden. Stattdessen weht in luftiger Höhe eine Deutschlandfahne im Wind. Pfarrer Markus Blümel stört das nicht.

Die Baumaßnahmen sind schon weit vorangeschritten: Weil Untersuchungen größere Schäden am Kirchturm ergeben hatten, muss der barocke Zwiebelturm der Eiterfelder Pfarrkirche in der Ortsmitte dringend saniert werden.

Derzeit wird eine zusätzliche Zwischenkonstruktion eingebaut, wie Eiterfelds Pfarrer Markus Blümel berichtet. Weil das aber den Glockenstuhl beeinträchtigt, sind die Glocken nicht mehr frei schwingbar. Einen Glockenschlag gibt es deshalb momentan nicht.

Nicht nur der Turm, auch die Fassade der Kirche wird saniert. Unter anderem wurden bereits Farbproben genommen, um Rückschlüsse auf den historischen Anstrich ziehen zu können – und diesen später vielleicht wieder herstellen zu können, erklärt Blümel. Etwas enttäuscht war man indes, als bei der Abnahme des Kreuzes festgestellt wurde, dass sich in der goldenen Kugel nicht – wie ansonsten eigentlich üblich – eine Schatulle mit Dokumenten und einem kurzen Abriss aus der Entstehungszeit befunden hat. „Das werden wir im renovierten Kreuz nachholen, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind“, verspricht der Pfarrer.

Das Deutschlandfähnchen hat wohl ein Bauarbeiter dort positioniert. „Ich hab es stehen lassen, es stört mich nicht“, sagt Blümel schmunzelnd. Die Kosten für die Restaurierung liegen bei rund 450 000 Euro. Finanziert wird die Maßnahme vom Bistum Fulda, dem Landesamt für Denkmalpflege und mit Eigenleistungen.

Weil viele Eiterfelder bereits Interesse angemeldet hatten, ihre Heimatgemeinde einmal von der Kirche aus von ganz oben zu betrachten, dies aus versicherungstechnischen Gründen aber nicht möglich ist, hat sich die Kirchengemeinde etwas überlegt: Bald wird es eine Panoramaansicht als Postkarte und auch im_Internet geben. Der Erlös aus dem Verkauf der Karten soll dann für die Renovierung verwendet werden. (sam)

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