Gemeinsame Ausstellung von Nübling und Klähn

Von Gletschern und heißen Öfen

Gemeinsame Sache: Jürgen Klähn auf seiner Aermacci Baujahr 1967. Heidi Nübling vor dem schmelzenden Gletscher. Foto: Desoi

Wehrda. In der Kulturscheune Lange Wiese in Wehrda stellt die Bad Hersfelderin Heidi Nübling ihre Bilder aus. Passend zum Thema „Fernweh“ präsentiert dazu Jürgen Klähn seine Motorrad-Oldtimer.

Wer kennt das nicht – draußen ist es regnerisch, trist und kalt. Und spätestens ab November werden die ersten Reiseprospekte besorgt. Das beruhigt die Gemüter. Somit passt die Ausstellung optimal zur trüben Jahreszeit.

Den Bad Hersfeldern ist Heidi Nübling keine Unbekannte. Hat sie doch ihr Atelier in Bad Hersfeld und wohnt seit 1983 dort. Auch in der aktuellen Ausstellung fasziniert ihre individuelle Bildersprache und der emotionale Zugang zum Betrachter ist schnell geschaffen. Ihre Gemälde, auf der Reise nach Spitzbergen und auf dem 80. Breitengrad Richtung Nordpol, demonstrieren die Urgewalten der Natur. Besser könnte selbst ein Foto von den schmelzenden Gletschern nicht beeindrucken. Nübling: „Das Format der Leinwand war mir viel zu klein. Wie soll ich die Erhabenheit dieser Naturgewalten auf die Leinwand bringen?“ Einige von Nüblings Bildern lassen fast frösteln und man wartet auf den Eisbären, der gleich durch die Leinwand bricht. Die Mahnung springt einem förmlich ins Gesicht: Mit dem Klimawandel ist nicht zu spaßen. Die Gletscher schmelzen.

Nübling stellt aber auch andere, beruhigendere Öl-auf Leinwand-Gemälde aus. Helles, zartes Grün, festgehaltene Landschaften wie eine Birkenallee strahlen vor Wärme und Harmonie. Strand-Impressionen aus der Bretagne lassen vom nächsten Urlaub träumen. Des weiteren ist die Ausstellung mit Porträts, Holzschnitten, Stillleben und Tuschezeichnungen bestückt.

Jürgen Klähn belebt seit 32 Jahren die Kulturscheune mit Veranstaltungen und Ausstellungen. Er ist leidenschaftlicher Motorrad-Fan und präsentiert einige seiner Schätzchen. Da blinkt und blitzt das Chrom auf noch runden, geschwungenen Kurven. Klähn: „Heute ist alles leider aus Plastik. Einige dieser Modelle kamen in desolatem Zustand zu mir und ich habe sie wieder restauriert“. Die Ausstellung läuft noch bis zum 20. Dezember. Geöffnet ist dienstags bis freitags von 15 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr.

Von Christa Desoi

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