Junge Hobby-Meteorologen aus Arzell wissen, woher das schlechte Wetter kommt

Gewitter sind ihr Hobby

Niederschlag und Hagel: (von links) Oliver Reuter (16) und Alban Bruster (15) beschäftigen sich mit allem rund ums Wetter. Foto: Dräger

Arzell/Büdingen. Wenn es blitzt und donnert, sodass man sich am liebsten die Decke über den Kopf ziehen möchte, geht es bei den jungen Hobby-Meteorologen Oliver Reuter aus Arzell und Alban Bruster aus Büdingen erst richtig los. So schnell sie können schnappen sie sich ihre Fahrräder und „jagen“ dem Gewitter hinterher.

Im Oktober haben sich die beiden Jungen über Wetterseiten im Internet kennengelernt. Seitdem analysieren sie gemeinsam Wetterkarten und sind auf der Suche nach Gewittern in ihrer Nähe. Diese filmen sie dann und stellen sie auf ihrer gemeinsamen Facebook-Seite ins Internet.

„Wir haben schon 900 Fans, die täglich mit uns über das Wetter reden und auf unsere Seite schauen. Das sind für diesen Zeitraum erstaunlich viele“, sagt Alban Bruster.

Für Laien sehen die Wetterkarten wie bunt eingefärbte Landkarten aus. „Das ist der Unterschied des Luftdrucks in Hektopascal“, erklärt Bruster. Auch die Grafik, an der die jungen Meteorologen das Wetter der nächsten Tage ablesen können, ähnelt einem Geflecht aus bunten Linien.

Homepage seit November

„Für Leute, die sich nicht mit dem Wetter beschäftigen, ist das etwas schwierig. Wir sind darin geübt und die Frage nach dem morgigen Wetter ist wie bei anderen die Frage: Wie geht es dir?“, scherzt Oliver Reuter. Auch eine gemeinsame Homepage, die sich „Welt des Wetters“ nennt, betreiben die Schüler schon seit November. Und dafür erhalten sie nicht nur von ihren Fans Lob. Genauso auch von Vorbildern wie dem gestandenen Meteorologen Kai Zorn, der in Blogs und Videos im Internet Wetterprognosen abgibt.

Was der 15-jährige Alban Bruster und der 16-jährige Oliver Reuter später Mal beruflich machen wollen, ist für die beiden schon glasklar. Sie wollen ihr Hobby zum Beruf machen und vielleicht sogar mal das Wetter im Fernsehen moderieren. Dafür legt sich der Meteorologennachwuchs schon richtig ins Zeug. „Der frühe Vogel fängt den Wurm“, sagt Oliver Reuter lachend. Am liebsten würden die Schüler dafür in die Nähe der Alpen ziehen, denn da sei das Wetter interessanter.

Ein Leben ohne Gewitter ist für die beiden nicht mehr vorstellbar. „Wenn ich lernen muss, dann analysiere ich die Wetterkarte eben in einer Lernpause“, so Alban Bruster. Auch ihr Taschengeld opfern die beiden Jugendlichen gerne, um sich gegenseitig zu besuchen und eine Ausrüstung für die Wettervorhersagen zu kaufen. Das sei allerdings alles sehr teuer, deshalb hoffen die beiden Jungen auf einen Sponsor, der sie unterstützt, damit sie die Wettervorhersagen für ihre Fans weiter ausbauen und Seminare besuchen können.

Auch wenn die Familien der Jugendlichen weniger begeistert sind wenn sich die Gewitterwolken am Himmel auftürmen, sind sie stolz auf das Hobby der beiden. Das hat sich schnell herumgesprochen. „Mein Bruder ist bei uns schon das Stadtgespräch. Wo immer ich hin komme, fragen mich die Leute, was er zum Wetter der nächsten Tage sagt“, erzählt Béla stolz vom ungewöhnlichen Hobby seines großen Bruders Alban.

Informationen: www.welt-des-wetters.jimdo.com

Von Magdalena Dräger

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