Lichtbergschule präsentierte Musical „Alles für Fulda“ – Schüler agieren wie die Profis

Geschichte wird lebendig

Die Macher Winfried Möller und Steffen Daratz.

Eiterfeld. Eine hochkarätige Musical-Aufführung gab es jetzt im Rahmen der Feiern zum 40-jährigen Bestehen der Lichtbergschule in Eiterfeld. 90 Aktive, darunter Schüler, Lehrer und ehemalige Schüler, präsentierten den Zuschauern einen unvergesslichen Abend mit ihrer Premiere: „Alles für Fulda“.

Das hohe Niveau, mit dem die Lichtbergschüler zusammen mit ihrem engagierten Musiklehrer Winfried Möller ihre Jahreskonzerte alljährlich präsentieren, ist bekannt. Mit dem Musical „Alles für Fulda“ setzten sie diesem die Krone auf. Seit 38 Jahren ist Winfried Möller in der Lichtbergschule als Musiklehrer aktiv. Er hat Musik und Rhythmus im Blut und seine Leidenschaft überträgt sich schnell auf die Schüler. Einige unterrichtet er in der dritten Generation. Seit drei Jahren wird er von Musiklehrer Steffen Dargatz unterstützt. Dargatz schrieb das Musical, Drehbuch und komponierte. Möller schrieb die Arrangements und führt mit der Big Band des Schulorchesters die Musik live auf.

Zehn Monate Arbeit

Zehn Monate war das Projekt in Arbeit und in den letzten zwei Wochen haben die Schüler täglich geprobt, berichtete Rektor Helmut Herbst bei der Begrüßung.

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Auf der Bühne agierten und sangen die Jugendlichen wie die Profis. Auch der Inhalt des Stücks, die Kriegs- und Nachkriegswehen in Deutschland, rüttelte emotional auf. Hier wurde Geschichte erlebt. Fulda steht hier Pate für viele Städte. Die Ereignisse hätten auch in Kassel, Bad Hersfeld oder Frankfurt stattfinden können: Es fallen Bomben und das Kriegselend wird gezeigt. Zu Filmausschnitten donnert immer wieder die passende Musik der Big Band wie ein gewaltiges Feuerwerk daher. Am Beispiel der Familie Vogel erlebt der Zuschauer die Kriegsangst direkt mit. Die Angst im Luftschutzbunker, die Angst um Vater und Sohn als Soldaten, die Angst vor den Amerikanern. Fulda liegt in Schutt und Asche und „Alles für Fulda“ ist ein historischer Spendenaufruf des damaligen Oberbürgermeisters Schmidt. Die Menschen sollen von dem Wenigen, das ihnen geblieben ist, spenden und beim Wiederaufbau helfen.

Es passte alles harmonisch zusammen: Tanz, Orchester, Gesang, Kostüme, Schauspiel und Choreografie. Die brillanten Bühnenakteure und die ausgezeichneten Musiker erhielten viel Zwischenbeifall, am Ende hielt es die etwa 400 Zuschauer nicht mehr auf den Sitzen und es gab Standing Ovations.

Schade, dass es nur zwei Live-Aufführungen gab. Eigentlich müsste das Mega-Projekt jetzt auf Tournee durch die hessischen Schulen gehen. Das war eine Geschichtsstunde, die man so schnell nicht mehr vergisst. Eine DVD ist in Arbeit und über die Lichtbergschule käuflich zu erwerben.

Von Christa Desoi

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