Ausstellung im „Haus auf der Grenze“ wird momentan komplett neu gestaltet

Geschichte neu erzählt

Die Empore, welche die Ausstellungsfläche im „Haus auf der Grenze“ vergrößert, ist bereits montiert. Foto: Stefan Sachs

Geisa/Rasdorf. Die Umbauarbeiten im „Haus auf der Grenze“ im thüringischen Teil der Gedenkstätte Point Alpha verlaufen planmäßig. „Wir haben Glück mit dem Wetter gehabt, der Estrich ist gut getrocknet“, sagt Volker Bausch, Direktor der Point Alpha Stiftung. Die Empore, mit welcher zusätzliche 112 Quadratmeter Raum gewonnen wurden, steht.

Die Säulen werden mit Ausstellungstafeln bestückt, sodass auch hierfür zusätzliche Fläche gewonnen wird. Die Texte für die neue Ausstellung sind erarbeitet. Tafeln, Multimediaelemente und die anderen Bestandteile der neuen Ausstellung werden vom Berliner Unternehmen „Beier+Wellach“ größtenteils in der Hauptstadt vorgefertigt und in Geisa dann nur noch montiert.

Original-Grenzzaun

Ein Stück Original-Grenzzaun wird in der neuen Ausstellung wieder zu finden sein – am authentischen Standort direkt am ehemaligen Kolonnenweg, der durch das Gebäude verläuft. Der Zaun soll die Wand durchbrechen und ein Stück nach draußen verlaufen.

Der Prolog der neuen Ausstellung wird den Bruch der Anti-Hitler-Koalition nach dem Zweiten Weltkrieg darstellen. Der folgende Hauptteil A widmet sich dem Hegemonialanspruch der Sowjetunion. Hauptteil B befasst sich mit dem „Eisernen Vorhang“ als „Schnittkante der Ideologien“, Hauptteil C mit dem Leben an und mit der Grenze in der Region Geisa, und auf dem „Story-Point“ auf der Empore können die Besucher ihre eigenen Geschichten erzählen. „Das kann man sich vorstellen wie eine überdimensionale Fotokabine mit Scanner, Kamera, Kopfhörer und Mikrofon.

Die Besucher können dort Dokumente scannen, die eigene Geschichte erzählen, aber auch Geschichten anderer Zeitzeugen hören“, beschreibt der Stiftungsdirektor. Am Eingang der Kabine hängt ein Vorhang, den die Besucher zuziehen können. „Da verlieren sie die Scheu, ihre Geschichte zu erzählen“, sagt Volker Bausch.

In allen Teilen der Ausstellung kommen Zeitzeugen zu Wort, deren Erlebnisse in Kontext mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen dargestellt werden. Modernste mediale Mittel kommen zum Einsatz. So wird im Hauptteil A ein militärischer Planungsraum mit interaktiver Karte nachgebaut, in welchem bestimmte Bedrohungsszenarien abrufbar sein werden. Fachliche Unterstützung geben hierbei ein ehemaliger NVA-Oberst und ein Bundeswehrgeneral. Der Bau der immer dichter und perfekter werdenden Grenzanlagen wird anhand eines Animationsfilms erlebbar sein.

Hierfür werden an einem Landschaftsmodell die Schritte vom Roden der Bäume bis zum Bau der Zäune und Anlagen nachgestellt und fotografiert.

Baulich gibt es im „Haus auf der Grenze“ ebenfalls ein paar Veränderungen. Die Empore wird über einen Aufzug erreichbar sein. Als „Fortentwicklung einer erfolgreichen Ausstellung“ beschreibt der Stiftungsdirektor die Neugestaltung. Sie erzähle die gleiche Geschichte wie die alte Ausstellung, aber in anderer Dramaturgie.

Zudem komme moderne multimediale Technik zum Einsatz, die sich insbesondere an die junge Generation wendet. Geplanter Eröffnungstermin ist der 26. März. (sach)

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