V-Mann-Affäre und Datenschutzverstöße

Gerd Lang wehrt sich gegen Vorwürfe

Haunetal. Wer Gerd Lang im Internet sucht, stößt schnell auf die V-Mann-Affäre und den sogenannten Trinkaus-Ausschuss im thüringischen Landtag. Auch diverse Artikel über mögliche Datenschutzverstöße im Bildungszentrum der Thüringer Polizei sind in den dortigen Medien erschienen. Im Blickpunkt: Gerd Lang.

Der soll 2007 als Vizepräsident des Verfassungsschutzes die Anweisung gegeben haben, den Namen eines Straftäters aus der rechtsextremen Szene nicht zu notieren und diesen so gedeckt haben. Der Mann hatte einen Fotografen angegriffen, dessen Kamera verschwand. Lang verwies unter anderem auf den Schutz des V-Mannes Kai-Uwe Trinkaus als Quelle.

Im Polizeibildungszentrum habe der thüringische Datenschutzbeauftragte zuletzt Datenschutzverstöße festgestellt. Unter anderem sollen Mitarbeiter unberechtigt Zugriff auf persönliche Daten von Studenten und Lehrern gehabt haben, zudem seien Daten über Studenten und Mitarbeiter gesammelt worden.

Gerd Lang sieht sich in beiden Fällen zu Unrecht an den Pranger gestellt, wobei er als Behördenleiter mit solchen Situationen natürlich vertraut sei. „Ich habe korrekt gehandelt“, sagt Lang zur V-Mann-Affäre. Er wähne politische Gründe hinter den zum Landtagswahlkampf in Thüringen erneut aufkeimenden Vorwürfen.

In Sachen Datenschutz verweist er auf EDV-Probleme und den Verdacht gegen einen Lehrer, der einer Studentin Klausurergebnisse zugespielt haben soll. Bestätigt fühle er sich durch das Vertrauen seiner obersten Dienstherren im Innenministerium.

„Mit Kritik umgehen können“

Dass die Vorwürfe nun im Haunetaler Wahlkampf Thema sind, wundere ihn nicht wirklich. Mit Kritik müsse man überdies umgehen können. „Als Behördenleiter muss man Entscheidungen treffen, die nicht allen gefallen und man macht sich nicht nur Freunde“, meint Lang. Damit könne er leben.

Persönlich habe ihn noch kein Bürger darauf angesprochen. „Die interessieren sich für ganz andere Dinge“, will er bei seinen Gesprächen festgestellt haben. Die Kandidatur als Bürgermeister habe auch nichts damit zu tun, dass sein Stuhl wackele, bekräftigt Lang.

Nicht verstehen könne er anonyme Kritiker, die jetzt auftauchen. „Wenn ich etwas wissen will, muss ich mit offenem Visier antreten und dazu stehen“, meint der Stärkloser. (nm)

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